Die Grundlage jeder Behandlung von Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus ist eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels. Nur so kann ein Voranschreiten der Spätfolgen gestoppt werden. Auch eine gute Blutdruckeinstellung sowie regelmäßige Kontrollen der Blutfettwerte wirken sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus.
Wird die diabetische Retinopathie rechtzeitig erkannt und befindet sich noch in der nicht-proliferativen Phase, kann sie unter Umständen mit einer Lasertherapie behandelt werden. Eine frühzeitige Lasertherapie kann das Auftreten von Komplikationen weitestgehend verhindert und das Fortschreiten der Erkrankung stoppen.
Auch das Makulaödem kann mithilfe einer Lasertherapie in der Regel gut behandelt werden. Ist eine Lasertherapie nicht mehr möglich, kann eine so genannte Kryokoagulation durchgeführt werden. Bei dieser Behandlungsmethode werden Bereiche der Netzhaut auf -70° abgekühlt. Die Wirkung entspricht etwa der der Laserbehandlung.
Bei Einblutungen in den Glaskörper oder drohender Netzhautablösung wird eine Vitrektomie durchgeführt. Dabei wird der gesamte Glaskörper operativ entfernt und durch ein gasgemisch oder Silikongel ersetzt.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Augenarzt etwa einmal pro Jahr sind somit für Diabetiker unverzichtbar. Nur so kann die Erkrankung in einem Stadium erkannt werden, in dem sie noch therapierbar ist. Schwangere Diabetikerinnen sollten etwa alle 3 bis 5 Monate eine Kontrolluntersuchung der Netzhaut durchführen lassen.
Bestehen bereits Netzhautveränderungen, sind engere Kontrollintervalle von 2-6 Monaten notwendig. Um eine bessere Durchblutung der von der Mikroangiopathie betroffenen Organe zu erreichen, können zusätzlich so genannte Thrombozytenaggregationshemmer, wie ASS, verabreicht werden.
Prognose
Bei Spätfolgen der Zuckerkrankheit, wie auch der diabetischen Retonopathie, hängt die Prognose der Betroffenen in hohem Maße von einer guten Einstellung des Blutzuckers und damit von der Mitarbeit des Patienten ab. Daneben spielt das Alter, in dem der Diabetes erstmalig aufgetreten ist, eine wichtige Rolle. Je früher sich die Zuckerkrankheit manifestiert, desto wahrscheinlicher ist mit Folgeerkrankungen zu rechnen.
So entwickeln nach 5 jähriger Diabetesdauer etwa 20 Prozent eine Retinopathie, während nach 15 bis 20 Jahren bereits bis zu 95 Prozent der Diabetiker zumindest leichte Schäden an der Netzhaut entwickelt haben. Eine proliferative Retinopathie haben nach 20 jähriger Diabetesdauer etwa 50 Prozent der Patienten. Jeder Einzelne kann jedoch seine Prognose entscheidend verbessern, wenn er auf ein optimales Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung achtet.
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.