Bis auf Ohrmuschel und dem ersten Abschnitt des Gehörgangs liegen alle Teile des Ohrs geschützt im Schädelknochen. Dennoch kann es zu Entzündungen, vor allem im Mittelohr (Otitis media) kommen, wenn Bakterien oder Viren vom Rachenraum über die Ohrtrompete in das Mittelohr gelangen. Dies passiert meist nur, wenn sich sehr viele Krankheitserreger im Rachenraum befinden, zum Beispiel bei einer schweren Erkältung mit Mandelentzündung. Als Folge der Reaktion des Körpers auf die Eindringlinge wird in der Mittelohrhöhle Eiter produziert, der, falls er nicht über die Ohrtrompete ablaufen kann, die Höhle ausfüllen kann. Dies führt zu einer Unbeweglichkeit der Ohrknöchelchen und damit zu Schwerhörigkeit. Durch den Druck des Eiters auf das Trommelfell entstehen mehr oder minder starke Schmerzen.
Das äußere Ohr ist nur selten von Entzündung betroffen, da spezielle Abwehrmechanismen Krankheitserreger effektiv nach außen befördern können. Allerdings kann es vorkommen, dass sich größere Mengen Ohrenschmalz ansammeln. Gelangt Wasser in das Ohr, zum Beispiel beim Duschen oder Schwimmen, kann diese Substanz aufquellen und den äußeren Gehörgang verstopfen, sodass es zu Schwerhörigkeit kommt. Entsteht durch das Wasser ein Druck auf das empfindliche Trommelfell, verursacht dies Schmerzen.
Zu einer Entzündung des Gehörgangs kommt es, wenn die feine Haut verletzt wird und Krankheitserreger in die Wunde eindringen können.
Auch Verletzungen des Trommelfells durch Fremdkörper oder Reinigen mit Wattestäbchen kann Ohrenschmerzen verursachen.
Das Innenohr ist nicht direkt mit der Umwelt verbunden sondern hat nur über Membranen Kontakt zu den Gehörknöchelchen des Mittelohrs. Daher wird es sehr selten von gewöhnlichen Erkältungserregern befallen.
Bei viralen oder bakteriellen Entzündung des Ohrs können neben dem Druckschmerz und der Hörminderung auch Symptome wie Schwindel und Ohrensausen auftreten.
Schmerzen im Bereich des Ohrs müssen jedoch nicht zwangsläufig vom Ohr ausgehen. Die äußeren Abschnitte des Ohrs befinden sich nahe des Kiefergelenks, vor dem sich die Ohrspeicheldrüse (Parotis) und einige Lymphknoten befinden. Sind diese entzündet oder verletzt, können die Schmerzen wie Ohrenschmerzen empfunden werden. Auch Zahnschmerzen, besonders im Oberkiefer, können in das Ohr ausstrahlen.
Weiterhin können Veränderungen des Luftdrucks Ohrenschmerzen verursachen, wenn der Druck zwischen der Umgebung und dem Mittelohr nicht ausgeglichen werden kann, weil sich die Ohrtrompete nicht ausreichend öffnet. Das Trommelfell steht dann unter Spannung und wird unbeweglicher, was Schmerzen und ein Druckgefühl sowie Hörminderungen verursacht. Ein solcher Unterschied im Luftdruck tritt beispielsweise beim Fliegen oder Tauchen auf. Besonders Kinder haben damit Probleme, da sie häufig noch nicht willentlich den Druck durch Gähnen oder Schlucken ausgleichen können. Kaugummikauen kann dann helfen, da bei jedem Schlucken die Ohrtrompete geöffnet wird und der Druck ausgeglichen werden kann.