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Kreuzbandriss


Bei einem Kreuzbandriss handelt es sich um einen teilweisen oder vollständigen Riss eines oder beider Kreuzbänder, meist als Folge indirekter Gewalteinwirkung. Im Extremfall kann es zu einem vollständigen Ab- oder Ausriss kommen, bei dem auch Teile des Knochens betroffen sein können.

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Zu ihr gehören Femur (Oberschenkelknochen), Tibia (Schienbein), Patella (Kniescheibe), Meniskus, der Bandapparat, verschiedene Kapselgewebe und viele Schleimbeutel. Das Bandapparat besteht aus Seitenbändern, den Binnenbändern und den Kreuzbändern. Betrachtet man sich die Kreuzbänder nun genauer, so befinden sie sich im Zentrum des Kniegelenks und geben dem Kniegelenk inneren Halt und Stabilität, indem sie vor allem verhindern, dass sich Ober- oder Unterschenkelknochen beim Laufen nach vorne hinweg schieben. Sie verlaufen von der Kopfmitte der Tibia zum Femur und kreuzen sich dabei.

Es gibt ein vorderes Kreuzband (VKB) und ein hinteres Kreuzband (HKB). Das hintere Kreuzband verhindert vor allem das Ausweichen des Oberschenkels nach vorne, das vordere Kreuzband hingegen agiert genau ungekehrt. Je nachdem welches Kreuzband betroffen ist, spricht man von einem VKB-Riss oder HKB-Riss.

Vorderer Kreuzbandriss

Ein frischer vorderer Kreuzbandriss liegt vor, wenn es zur vollständigen oder teilweisen Kontinuitätsunterbrechung (Riss) des Bandes, nach Überschreiten der Überdehnungsreserve durch äußere Gewalteinwirkung kommt. Dagegen bezeichnet man als alte vordere Kreuzbandruptur einen dauerhaft bleibenden, meist umfallbedingten Bandschaden.

Hinterer Kreuzbandriss

Ein hinterer Kreuzbandriss wird durch das Überschreiten der maximalen Dehnungsmöglichkeit des hinteren Kreuzbandes hervorgerufen. Auch sie wird in der Regel durch eine äußere Gewalteinwirkung verursacht. Hier besteht jedoch eine vollständige Kontinuitätsunterbrechung (Ruptur) des hinteren Kreuzbandes. Dadurch kommt es zu einer sagittalen (parallel zur Mittelachse auftretende) Instabilität, die sich durch das so genannte Schubladenphänomen bemerkbar macht. Mit dem Schubladenphänomen testet man die Verschiebbarkeit des Unterschenkels gegen den Oberschenkel.

Mehr als 30 Prozent aller Distorsionen und etwa 7 Prozent aller traumatischen Schädigungen betreffen das Kniegelenk. Das vordere Kreuzband reißt 5-10 mal häufiger wie das hintere Kreuzband. Somit stellt der VKB-Riss die häufigste Bandverletzung des Knies dar. Trotz allem treten kombinierte Kapsel-Band-Läsionen wesentlich häufiger auf, als Schäden einer einzelnen Bandstruktur.

Ursachen

Häufig sind die Ursachen einer Kreuzbandruptur die sogenannten „Flexions-Valgus-Außenrotations-Verletzungen". Das bedeutet dass es zu einer Knieverdrehung bei feststehendem Unterschenkel kommt. Das Knie wird unfreiwillig gebeugt, kommt in die X-Bein Stellung und wird nach außen gedreht. Der gleiche Effekt kann auch durch einen direkten Sturz/Schlag auf das Knie verursacht werden. Meistens reißt dabei das vordere, seltener das hintere Kreuzband. Solche Verletzungen passieren vor allem bei Sportarten wie Skifahren oder Fußball.

Vordere Kreuzbandrisse (VKB-Ruptur)

Typischerweise kommt es zu einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes durch einen schnellen Richtungswechsel. Solche Verletzungen werden demnach bei Sportarten wie z.B. Skisport, Fußball oder anderen Ballsportarten häufig beobachtet. Häufigster Verletzungsmechanismus ist eine Drehbewegungsstellung des Unterschenkels nach außen mit Valgusbeugungsstress oder Drehbewegungsstellung nach innen mit Varusbeugungsstress. Meistens handelt es sich also um ein Einwärtsknicken des Knies und ein Kippen des Oberkörpers nach hinten. Auslöser können auch zu starke Streck- oder Beugebewegungen sein. Oft reißen die Fasern im Bereich des Bandansatzes am Oberschenkelknochen. Neben der Ruptur sind auch oft weitere Binnenstrukturen wir der Meniskus oder ein Seitenband betroffen.
Unter Umständen kann auch eine Auskugelung der Kniescheibe (Patellaluxation) mit plötzlichen Stabilitätsverlust des Kniegelenks, zu einem Riss führen.
Ein Ausfall (Insuffizienz) des vorderen Kreuzbandes stört bzw. schränkt die Funktion der sekundären Stabilisatoren ein. In der Folge kommt es zu einer pathologischen Bewegungsfreiheit des Schienbeinkopfes nach vorne (ventral), welches auch als Tibiavorschub bezeichnet wird. Um den Schienbeinvorschub zu bremsen werden nun alle benachbarten Strukturen wie Gelenkkapsel und Menisken vermehrt beansprucht, welches aber zu einer Überdehnung der Bandstrukturen führt.
Je stärker der Schienbeinvorschub besteht, desto mehr kommt es zu Knorpelschäden, da besonders der Knorpel einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt ist. In diesem Fall bedeutet eine höhere Belastung eine frühzeitige Abnutzung mit Ausbildung einer Arthrose.

Hintere Kreuzbandrisse

Verletzungen des hinteren Kreuzbandes sind weitaus komplexer und betreffen in der Regel das gesamte Kniegelenk. Insgesamt treten Risse des hinteren Kreuzbandes seltener auf. Ursache ist das Überschreiten der maximalen Dehnungsmöglichkeit des hinteren Kreuzbandes, meist ausgelöst durch äußere Gewalteinwirkung.
Hintere Kreuzbandrisse werden häufig durch Verkehrsunfälle verursacht. Durch das Sitzen im Auto ist das Knie gebeugt. Kommt es nun zu einem Unfall, so entsteht durch ein Anprallen des Unterschenkels an das Armaturenbrett ein gewaltiger Druck, der das hintere Kreuzband reißt. Man bezeichnet diesen Mechanismus auch als „dashboard injury".
Auch körperkontakt-betonte Sportarten, z.B. American football, können durch eine vorne-mittig einwirkende Gewalt zu Verletzungen des hinteren Kreuzbandes führen.

 


Kreuzbandriss - Ursachen »

Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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