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Narben - Therapie


Es gibt viele Möglichkeiten.

Man kann die Narbenbildung im Hinblick auf Aussehen und Funktionalität positiv beeinflussen, indem man während der Wundheilung auf eine gute Wundversorgung achtet. Trotzdem kann eine Narbenbildung nicht vollständig verhindert werden. Leider ist bis heute auch noch keine Narbennachbehandlung möglich, also eine Behandlung, die Narben vollständig eliminieren würde. Jedoch können vorhandene, überschießende Narben mittels Narbenmobilisierung oder invasiver Verfahren (z.B. Laser, Operation oder Stickstoffvereisung) gebessert werden. Auch in diesen Fällen besteht das Risiko der Narben-Neubildung.
• Medikamentöse Lokaltherapie
Durch monatelanges, mehrmals tägliches Einmassieren spezieller Salben (z.B. Contractubex), Gele und Cremes können Narben behandelt werden. Meistens handelt es sich um Salben mit einer Kombination aus Heparin (lockert Gewebsstruktur auf, wirkt entzündungshemmend und fördert die Wasserbindung im Narbengewebe), Allantoin (reizmildernd und fördert Wundheilung) und Zwiebelextrakt (wirkt antientzündlich, abschwellend und keimtötend) oder silikonhaltige Gele. Die Wirksamkeit Heparin-haltiger Narbengele kann durch Ultraschall zusätzlich unterstützt werden. Weitere Inhaltsstoffe wie Kortikoide, Vitamin-A-Säure und Östrogene wirken zudem hemmend auf die Kollagenproduktion und machen dadurch das Narbengewebe weich und geschmeidig.
Eine frühzeitige Anwendung, dass heißt wenige Tage nachdem sich die Wunde geschlossen hat oder 8 bis 10 Tage nach einer Operation, kann bereits die Entstehung von Narben deutlich reduzieren. So kann man gezielt eine unschöne Narbenbildung vorbeugen. Daneben können auch bestehende Narben mit den bereits erwähnten Wirkstoffen behandelt werden. Sie wirken direkt am Narbengewebe und fördern die Regeneration hin zur optisch unauffälligen Hautstruktur.
Bei manchen Narben sind die Behandlungserfolge sogar innerhalb kurzer Zeit sichtbar, doch nicht alle Narben reagieren so schnell. Es kann sich unter Umständen um einen langwierigen Prozess handeln, die etwas Geduld erfordert. Frische Narben reagieren in der Regel besser und schneller auf die Wirkstoffe, als alte Narben.
• Narbenpflaster bzw. Silikonabdeckungen
Narbenpflaster, besonders Silikonauflagen bei hypertrophen Narben, führen zur Verringerung von Narbenwülsten. In der Medizin wird das Silikon schon seit langer Zeit verwendet. Es handelt sich um einen Stoff der gasdurchlässig, wasserabweisend, temperatur- und alterungsbeständig, elastisch, farb- und geruchlos ist. Silikon wird biologisch nicht abgebaut und ist sehr reaktionsträge. Auch sind keine allergischen Reaktionen bei oberflächlicher Anwendung bekannt. So nutzt man diese Eigenschaften auch bei der Therapie von Narben.
Wird eine Narbe mit einer Silikonzubereitung abgedeckt, so bildet sich eine feuchte Kammer, die zwar durchlässig für Gas, aber nicht für Wasser ist. Die erhöhte Feuchtigkeit führt im Prinzip dazu, dass rund um die verletzte Stelle weniger Kollagen (Narbengewebe) gebildet wird. Somit sinkt das Risiko, dass sich auffällige wulstige (hypertrophe) oder wuchernde Narben (Keloide) ausbilden. Zudem werden die Narben weicher, flacher und insgesamt weniger auffällig. Rote und dunkle Narben werden blasser, der Juckreiz und das Spannungsgefühl lassen innerhalb weniger Tage nach.
Die Silikonbehandlung kann als Pflaster, Gel oder Folie, alleine oder in Kombination mit anderen Methoden angewandt werden. Sie ist sehr gut verträglich und kann daher auch problemlos bei Kindern eingesetzt werden.
Die Silikonanwendung sollte zweimal pro Tag über mindestens zwei Monate erfolgen. Abhängig von der Narbe kann die Therapie aber auch bis zu 12 Monaten andauern.
• Spritzenbehandlung
Zur Behandlung hypertropher Narben und Keloide wird häufig das Kortison eingesetzt. Dabei spritzt man die Kortikoide direkt in das Narbengewebe. Kortikoide hemmen die Kollagenproduktion und unterdrücken somit die überschießende Narbenbildung. In der Folge flacht die Narbe ab, wird weicher und geschmeidiger.
Insbesondere wenn die Narbe noch relativ neu und hellrot ist, kann man die besten Erfolge erzielen.
Der Einsatz von Kortikoiden hat sich auch bei juckenden und schmerzenden Narben bewährt. Zudem kann man auch bei frisch operierten Narben, ein Tag nach Operation, eine Kortisoninjektion durchführen und diese bei Bedarf in dreiwöchigen Abständen wiederholen. Bei kleineren Narben reicht meistens schon eine einmalige Injektion aus. Wichtig und entscheidend ist hierbei, dass die Injektion direkt in das Narbengewebe erfolgen sollte und nicht in die umgebende gesunde Haut!
Falsche Injektionen können häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Hautverdünnung und Pigmentierungsstörungen führen.
• Biomaterialien
Im Falle von eingesunkenen, also atrophen Narben kann man versuchen, den Narbengrund mit Hilfe von Injektionen auf das Niveau der umgebenden Haut anzuheben. Dabei spritzt man unter die Narbe so genannte Biomaterialen ein. Biomaterialen sind z.B. eigenes Körperfett, welches zuvor an einer anderen Körperstelle entnommen wurde, Gelatine, Rinderkollagen oder Hyaluronsäure. Biomaterialen werden in der Regel gut vertragen, nur in seltenen Fällen kann es zu einer unerwünschten allergischen Reaktion kommen.
Da die eingespritzten Materialien vom Körper wieder abgebaut werden, muss die Behandlung über Jahre wiederholt werden.
• Druck- oder Kompressionstherapie
Bei dieser Therapieform versucht man über Verbände kontinuierlich einen leichten Druck von etwa 20 bis 30 mm Hg auf die Narbe auszuüben. Der Druck führt zu einer verringerten Durchlässigkeit der feinen Kapillaren und vermindert die Durchblutung, so dass der Stoffwechsel im Narbengewebe verlangsamt wird. Dies führt wiederum zu einer verbesserten Ausreifung der Kollagenfasern, mit Rückbildung des Narbengewebes. Die Narbe erscheint glatt und elastisch.
Die Drucktherapie wird erfolgreich bei großflächigen Narben (besonders nach Verbrennungen), die zu hypertropher Narbenbildung und Narbenkontrakturen neigen, sowie bei Keloiden angewandt. Die Therapie kann sowohl zur Vorbeugung, als auch bei schon bestehenden Narben durchgeführt werden.
Je nach Ort und Größe der zu behandelnden Narbe können spezielle Bandagen oder Kompressionskleidung zur Anwendung kommen. Hierbei ist wichtig, dass die Kompression kontinuierlich über 24 Stunden getragen werden sollte. Auch hier ist viel Geduld erforderlich, weil sich die Reduktion des Narbengewebes nur langsam vollzieht. So kann eine Kompressionsbehandlung in der Regel zwischen 6 Monaten und 2 Jahren dauern.
Man kann die Drucktherapie auch mit anderen Formen der Narbentherapie kombinieren.
• Operationen
Sind konservative Behandlungsmaßnahmen nicht ausreichend, so können operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Eine Operation ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn Narbenkontrakturen oder starke Verwachsungen bestehen, die zu einer erheblichen Bewegungseinschränkung, z.B. Narben in der Kniekehle, über Fingergelenken oder dauerhaften Schmerzen führen. Da Verbrennungsnarben häufig großflächig sind, werden auch diese meist operativ nachbehandelt. Auch kosmetisch störende Narben bzw. entstellende Narben werden häufig operiert. Man muss jedoch bedenken, dass nicht jede Narbe operativ behandelt werden kann.
Besteht aber die Möglichkeit einer Operation, so können Narben verkleinert oder geglättet werden.
Es gibt verschiedene Operationstechniken die zur Anwendung kommen, diese wären:
- Narbe ausschneiden und nähen
Durch einen glatten Schnitt wird die Narbe herausgetrennt und die neue Wunde anschließend vernäht. Ziel ist hier die primäre Wundheilung. Diese Technik kann jedoch nur bei kleinen Narben durchgeführt werden.
Man führt dieses Verfahren bei Keloiden ungern durch, da diese immer wieder dazu neigen erneut aufzutreten. Die Rezidivrate ist sehr hoch. Hat man sich jedoch für diese Technik entschieden, so muss eine umfangreiche Nachbehandlung, z.B. Röntgenweichstahltherapie, erfolgen. Durch die oberflächlich wirkenden Röntgenstrahlen wird das Wiederauftreten des Keloids unterdrückt.
Diese Operation sollte bei hypertrophen Narben frühestens ein Jahr nach Entstehung der Narbe durchgeführt werden, da diese Narben unter Umständen sich spontan wieder zurückbilden können.
- Ausschneiden und Hauttransplantation
Bestehen große Keloide und hypertrophe Narben, so kann man das Narbengewebe oberflächlich heraustrennen und mit vorher entnommener Eigenhaut wieder abdecken.
- Narbenplastik
Nach Entfernung des Narbengewebes wird die Wunde durch eine spezielle Technik neu vernäht. Man versucht hier unter anderem auch, dass keine ungünstigen Zugkräfte mehr auf der Narbe liegen, so dass das Risiko für ein Wiederauftreten von Narben verringert wird. Leider ist auch hier eine Nachbehandlung mit Bestrahlung, Spritzenbehandlung und Drucktherapie notwendig.
• Kryotherapie
Die Kryotherapie oder Vereisungsbehandlung kommt hauptsächlich bei hypertrophen Narben und Keloiden zur Anwendung. Mit Hilfe von flüssigem Stickstoff (Sprühverfahren), welches eine Temperatur von bis zu minus 196 Grad Celsius hat, oder mit einer Sonde, werden die Narben innerhalb weniger Sekunden eingefroren. Die Kälte bewirkt eine oberflächliche Thrombosebildung im Narbengewebe, so dass diese nicht mehr durchblutet wird. Folglich kommt es zur Blasenbildung auf dem Narbengewebe, die absterben und später vorsichtig abgetragen werden. Erst wenn das Gewebe vollständig aufgetaut ist, sollte man die abgestorbenen Gewebe ablösen. Der Vorgang ist meist schmerzfrei.
Die Behandlung kann alle 4 bis 6 Wochen wiederholt werden, bis die Narbe vollständig geglättet ist. Diese Therapieform liefet in der Regel gute Ergebnisse, so sprechen 64 Prozent der Keloide gut und 82 Prozent der hypertrophen Narben sogar sehr gut auf die Kryotherapie an.
Eine mögliche unerwünschte Wirkung der Kryotherapie ist häufig ein depigmentiertes Areal, da die Kälte auch gleichzeitig zu einer Zerstörung der Melanozyten führt. Weitere Nebenwirkungen sind der Kälteschmerz während der Gefrierzeit und örtliche Hautreizungen.
• Hochtouriges Schleifen (Dermabrasion)
Die spezielle Schleiftechnik kommt vor allem bei eingesunkenen Narben, z.B. Aknenarben, und Narben mit scharfen Abgrenzungen zur Anwendung. Hier werden mit Hilfe eines Diamantschleifers, der sich mit etwa 30.000 Umdrehungen pro Minute dreht, die Narben abgeschliffen. Dabei werden insbesondere die Narbenränder abgeflacht und die obere Schicht glatter geschliffen.
Bei großflächigen Narben sollte man die Behandlung in Vollnarkose durchführen. Meistens sind wiederholte Behandlungen oft sinnvoll.
Man sollte jedoch bei hypertrophen Narben vorsichtig sein, da durch die Anwendung dieses Verfahrens es nicht selten zu einer erneuten Narbenwucherung kommt.
Die Schleifenbehandlung kann unter anderem auch bei der Entfernung oberflächlicher Tätowierungen angewandt werden.
• Laser
Eine Lasertherapie gehört in die Hand eines Spezialisten und sollte wirklich nur nach strenger Indikation durchgeführt werden. Hierbei wird gebündeltes Licht gezielt in die betroffenen Areale geschossen, mit dem Ziel, dass die Zellen absterben. Es kommt zur Narbenschrumpfung und die Haut strafft sich.
Vor allem hypertrophe Narben sind durch eine Laserbehandlung gut zu behandeln. Jedoch kann auch hier nicht jede hypertrophe Narbe, z.B. an Brust und Rücken, behandelt werden. Meistens sind mehrere Sitzungen erforderlich, die in der Regel mit hohen Kosten verbunden sind.
• Bestrahlung bzw. Röntgenweichstrahltherapie
Die Bestrahlung kommt häufig zum Einsatz, um das Wiederauftreten eines Keloids zu vermeiden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 bis 99 Prozent wird die Behandlung sehr erfolgreich durchgeführt. Dabei wird eine geringe Strahlendosis, direkt nach der Operation eines Keloids, auf das betroffene Gewebe abgegeben. Die Strahlen erreichen eine Eindringtiefe von etwa 4 bis 6 Millimeter in der Haut. Die Therapie wird in der Regel etwa 2 Wochen durchgeführt.
Eine Bestrahlung kommt als primäre Behandlung, dass heißt vor einer Operation, kaum in Frage. Bestehen jedoch Keloide, die auf andere Behandlungsversuche nicht ansprechen, so kann man unter Umständen eine Bestrahlung durchführen. Wichtig ist hierbei, dass die Behandlung innerhalb der ersten Monate nach Entstehung des Keloids erfolgen sollte. In dieser Zeit ist das Gewebe viel empfindlicher gegenüber Röntgenstrahlen. Die Empfindlichkeit nimmt nach den ersten sechs Monaten stark ab.
• Massage
Nach der Wundheilung kann man unter Umständen durch eine vorsichtige Massage eine Schrumpfung des Narbengewebes erreichen. Physiotherapeuten versuchen dabei durch leichte ziehende und streichende Bewegungen, die Verklebungen des Narbengewebes mit den darunter liegenden Gewebsschichten zu lösen. Zudem verringert man durch eine gezielte Massage, die Neigung des Narbengewebes sich zusammenzuziehen. Auch kann man während der Massage Lokaltherapeutika in Form von Salben oder Gels in die Narbe einmassieren und so die Bildung einer geschmeidigen Narbe unterstützen.
• Wassernabelkraut (Hydrocotylidis herba)
Wassernabelkraut ist eine asiatische Pflanze die in der Volksmedizin häufig angewandt wird. Obwohl diese Pflanze viel zur Anwendung kommt, wurde sie bislang von der Kommission E nicht bearbeitet. Die Kommission E ist eine Kommission des Bundesgesundheitsamtes, die sich ausschließlich mit pflanzlichen Präparaten befassen.
Es liegen zwar keine offiziellen Empfehlungen vor, aber die Pflanze wird erfolgreich in den Bereichen der Wundheilung, Verbrennungen, Ekzeme, Geschwüre und hypertrophe Narben eingesetzt. Bisher sind keine Nebenwirkungen und Kontraindikationen bekannt.
Wassernabelkraut wirkt antibakteriell (gegen Bakterien), entzündungshemmend (antiphlogistisch), antibiotisch, antimykotisch (gegen Pilze), wundheilungsfördernd und reguliert die Bindegewebsneubildung.
Zudem gibt es eine Reihe von Triterpensäuren, die über die Regulation der Fibroblastenaktivität direkt in den Vernarbungsprozess eingreifen und somit auch regulierend auf die Bindegewebsneubildung eingreifen.

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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.
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meniskus   1 Antworten   Letzte Antwort
sagt medivalentina   vor 5 Monate  12

Wann hatte dein Mann denn die Operation?

 
sagt Janine2404   vor 12 Monate  451

Hallo,

ich habe mir damals Newgel Narbenpflaster bei [Link anzeigen] gekauft und war sehr zufrieden mit den Ergebnis und nach eine paar Monaten ist fast ... mehr

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fragt wolfi   vor ~ 1 Jahr  151

Ich hatte ein Knieeingriff und mein Orthopeden hat mir Newgel Narbenfplaster verschrieben.

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