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Typische Krankheiten im Alter - Erkrankungen

Lesezeit: 4 Min.

Welche Erkrankungen treten auf?

Typische Erkrankungen von älteren Personen können unterschiedliche Organe beziehungsweise Organsysteme betreffen. Häufig sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch z. B. Gefäßerkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vom Typ II, Gelenkerkrankungen, Augenkrankheiten und Krebs.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Ein zu hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie) liegt definitionsgemäß bei Werten von 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder mehr. Der Bluthochdruck selbst wird vom Patienten nicht bemerkt, wodurch er sehr heimtückisch ist. Besteht der Bluthochdruck längere Zeit, so kann er zu Schäden an vielen Organen wie Herz, Gefäße, Augen und Nieren führen. Durch Komplikationen kann der Bluthochdruck lebensgefährlich sein.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Beim Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ II),der häufigeren Form der Zuckerkrankheit, reagieren die Körperzellen nicht mehr richtig auf das Hormon Insulin. Dies führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Der erhöhte Zuckergehalt im Blut wird zwar nicht bemerkt, hat aber längerfristig weitreichende Folgen für die Gesundheit. Es können unter anderem Gefäßschäden entstehen, so dass Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung (Diabetische Retinopathie) und ein so genannter diabetischer Fuß, an dem gegebenenfalls amputiert werden muss, möglich sind. Es ist daher äußerst wichtig, den Blutzucker richtig einzustellen.

Schlaganfall (Apoplex)

Ein Schlaganfall (Apoplex, auch: Hirnschlag) ist eine Minderversorgung eines Gehirnbereiches mit Blut, die entweder durch einen Gefäßverschluss oder durch eine Gehirnblutung zustande kommt. Es kann beim Schlaganfall zu Symptomen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen (oft auf eine Körperhälfte begrenzt und weiteren Störungen der Sinnesorgane sowie Kopfschmerzen kommen. Ein Schlaganfall muss möglichst frühzeitig behandelt werden, um bleibende Schäden einzudämmen.

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Bei der Herzinsuffizienz kann das Herz das Blut nicht mehr in ausreichendem Ausmaß weiterbefördern. Die Blutversorgung des Körpers ist eingeschränkt, und es kann zu Beschwerden wie Leistungseinschränkung, Wasseransammlungen in den Beinen und anderen Stellen (Ödeme) sowie Luftnot kommen. Ein lebensbedrohliches Herzversagen kann entstehen. Die Herzschwäche wird normalerweise mit Medikamenten behandelt.

Herzkranzgefäßverengung (Koronare Herzkrankheit, KHK) und Herzinfarkt

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) liegt eine Verengung der Herzkranzarterien vor. Es entsteht eine Minderdurchblutung des Herzens. Typisches Symptom ist die Angina pectoris („Brustenge"),also Schmerzen in der Brustgegend, die auch z. B. in den Arm ausstrahlen können. Die Folge kann akut ein Herzinfarkt sein, chronisch kann die KHK zur Herzschwäche führen.

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist durch Absterben von Gewebe eines Bereiches des Herzens gekennzeichnet. Der Herzinfarkt entsteht in der Regel bei einer Minderdurchblutung aufgrund einer Herzkranzgefäßverengung. Neben Angina-pectoris-Schmerzen kommt es oft zur Luftnot und zum Schock (Kreislaufeinschränkung) mit blasser Haut und niedrigem Blutdruck. Eine sofortige Behandlung durch den Notarzt ist erforderlich.

Chronische Bronchitis und COPD (chronisch-entzündliche Lungenerkrankung)

Eine weitere gefährliche Krankheit, deren Häufigkeit mit dem Alter ansteigt, ist die chronische Bronchitis. Sie kann zur chronisch-entzündlichen Lungenerkrankung (COPD) führen, wobei die Grenze zwischen den Krankheitsbildern unscharf ist. Chronische Bronchitis und COPD treten zum weit überwiegenden Teil bei Rauchern und früheren Rauchern auf. Symptome sind chronischer Husten, Atemnot und Auswurf. Durch zunehmende Atemeinschränkung und Herzbelastung ist die COPD eine häufige Todesursache.

Demenz

Bei vielen älteren Personen wird ein Verfall der geistigen Fähigkeiten (Demenz) beobachtet. Oft fängt es mit einer Vergesslichkeit an und weitet sich auf andere Gebiete wie die Orientierung, das Verhalten oder die Sprachfähigkeit aus. Ein großer Teil der Demenzerkrankungen ist durch die Alzheimer-Erkrankung (Morbus Alzheimer) bedingt. Die Alzheimer-Erkrankung kommt durch Ablagerungen im Gehirn zustande. Demenz allgemein ist der häufigste Grund, warum alte Menschen pflegebedürftig werden.

Parkinson-Erkrankung

Die Parkinson-Erkrankung (Morbus Parkinson) ist eine Bewegungsstörung, die durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn durch Zugrundegehen bestimmter Zellen zustande kommt. Typische Symptome bei der Parkinson-Erkrankung sind verlangsamte oder komplett gehemmte Bewegungen, starre Muskulatur, Zittern und unsichere Körperhaltung. Die Symptomatik lässt sich mit Medikamenten sowie mit Bewegungsübungen und ähnlichen Maßnahmen bessern.

Arthrose

Arthrose bedeutet Gelenkverschleiß. Die Gelenke können im Laufe des Lebens stark abnutzen. Häufig sind Kniegelenk oder Hüftgelenk betroffen, im Prinzip kann die Arthrose aber an allen Gelenken auftreten. Aufgrund der Gelenkschäden kommt es zu Schmerzen und Bewegungsminderung. Die Therapie der Arthrose ist durch Schonung, Schmerzmedikamente sowie in sehr schweren Fällen durch einen Gelenkersatz (Endoprothese) möglich.

Rheuma

Rheuma ist eine ganze Gruppe von entzündlichen Erkrankungen, die unterschiedliche Bereiche des Körpers betreffen. Ursache ist, dass das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift (Autoimmunerkrankung). Rheuma ist zwar im Alter häufig, kann aber schon in jungen Jahren auftreten. Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist die häufigste Rheumaerkrankung. Sie äußert sich durch zunehmende Verformung und Bewegungseinschränkung der Gelenke. Meist wird Rheuma mit Medikamenten behandelt.

Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind Erweiterungen von Venen hauptsächlich am Bein. Sie entstehen durch Blutstauung. Zunächst sind sie oft eher ein kosmetisches Problem. Das gilt besonders für kleine oberflächliche Venen, die als Besenreiser auffällig werden können. Störend kann bei Krampfadern aber z. B. ein Schweregefühl sein. Später kann es aber durch die Krampfadern zu Problemen wie Gefäßverschluss (Thrombose),Venenentzündung oder einem offenen Bein kommen. Krampfadern können in schweren Fällen durch chirurgische Maßnahmen entfernt werden.

Augenkrankheiten

Einige Augenerkrankungen sind besonders typisch für ältere Menschen.

  • Grauer Star (Katarakt) ist eine Eintrübung der Augenlinse, die bei jedem Menschen vorkommt. Häufig führt sie nach und nach zu einer Herabsetzung der Sehschärfe und in seltenen, besonders ausgeprägten Fällen zu Komplikationen. Ab einer gewissen Trübung ist eine Operation zur Entfernung der Linse mit Ersatz durch eine Kunststofflinse angezeigt.

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD),eine Erkrankung am Augenhintergrund, bei der Zellen im zentralen Bereich zugrunde gehen. Es kommt zu einer Sehverschlechterung. Die Behandlung ist schwierig.

  • Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Weil die Augenlinse nicht mehr so elastisch ist, kann das Auge nicht mehr für die Nähe scharfgestellt werden. Die Patienten benötigen zum Lesen eine Brille.

Schwerhörigkeit

In vielen Fällen kommt es bei alten Menschen zur Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis). Der Betroffene kann z. B. gesprochene Wörter nicht mehr verstehen. Oft zeigt sich das Phänomen, dass gleichzeitig eine starke Lärmempfindlichkeit besteht. Der Betroffene benötigt ein Hörgerät, um Töne wieder besser wahrnehmen zu können.

Krebserkrankungen

Als Krebs werden bösartige Tumore bezeichnet. Sie können am Ort in das umliegende Gewebe einwachsen und Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden. Diese führen dort zu weiteren Problemen. Zu den häufigsten Krebserkrankungen gehören Darmkrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs. Unbehandelt verläuft Krebs meist tödlich. Durch Krebsfrüherkennung sowie durch Therapiemethoden wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie ist die Krebssterblichkeit heutzutage deutlich herabgesetzt. Dennoch führt Krebs in etwa der Hälfte der Fälle zum Tod des Betroffenen.

Depression

Depression tritt, wie manche andere psychische Störungen auch, im hohen Alter häufig auf. Nicht selten äußert sich die Depression im Alter nur über körperliche Symptome. Depression ist eine Krankheit und sollte auch bei alten Menschen eingehend behandelt werden.

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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