Die Ursachen des Diabetes mellitus Typ I ist ein absoluter Mangel am Hormon Insulin. Dieses Hormon wird jedoch von den Körperzellen benötigt, um den im Blut zirkulierenden Zucker aufzunehmen und ihn zur Energiegewinnung zu nutzen. Bei Insulinmangel bleibt ein Großteil des durch die Nahrung aufgenommenen Zuckers im Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt.
Der Mangel an Insulin ist beim Diabetes mellitus Typ I die Folge einer so genannten Autoimmunerkrankung. Bei diesen Erkrankungen besteht eine Fehlregulation des Immunsystems, das körpereigene Zellen als fremd einstuft und bekämpft. Im Falle des Diabetes mellitus Typ I zerstören die Zellen des Immunsystems die insulinproduzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Je mehr B-Zellen durch die Autoimmunerkrankung zerstört werden, desto weniger Insulin kann die Bauchspeicheldrüse produzieren. So entsteht mit der Zeit eine Überzuckerung der Körpers (Hyperglykämie) die bis in ein bedrohliches Koma (ketoazidotisches Koma) führen kann.
Der Typ I Diabetes beginnt zunächst schleichend und wird von den Betroffenen in der Anfangsphase oft nicht bemerkt. Die Bekämpfung der körpereigenen B-Zellen hat jedoch bereits begonnen und die Antikörper gegen die Zellen der Bauchspeicheldrüse zirkulieren bereits im Blut.
In diesem frühen Stadium können verschiedene Mechanismen (Triggerfaktoren) die Zerstörung der B-Zellen weiter vorantreiben. Zu diesen Triggerfaktoren zählen verschiedene Virusinfektionen, wie Masern, Mumps, Röteln und dem Coxackie-Virus, sowie verschiedene Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Hierzu gehören beispielsweise so genannte Interferone, die bei der Therapie von Leberentzündungen und der Multiplen Sklerose eingesetzt werden.
Auch Umweltfaktoren, wie beispielsweise Ernährungsgewohnheiten, scheinen Einfluss auf die Entstehung eines Typ I Diabetes zu nehmen. Forschungen haben außerdem gezeigt, das Kinder, die gestillt wurden, ein niedrigeres Risiko haben, als Kinder, die vor dem ersten Lebensjahr bereits Kuhmilchprodukte erhalten haben.
Daneben besteht beim Diabetes mellitus Typ I meist auch eine genetische Veranlagung diese Erkrankung zu entwickeln. Bei bis zu 10 Prozent der Typ I Diabetiker leidet auch ein Elternteil unter der Erkrankung, bei etwa 5 Prozent ist ein Großelternteil betroffen. Kommen zu dieser Veranlagung die oben beschriebenen Auslösemechanismen hinzu, kommt es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch der Erkrankung.
So ergeben sich folgende Risikofaktoren für die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ I:
- Ist ein Elternteil an Diabetes mellitus Typ I erkrankt, haben die Kinder ein Risiko von 3 Prozent, ebenfalls einen Diabetes zu entwickeln.
- Sind beide Elternteile erkrankt haben die Kinder ein Risiko für Diabetes mellitus Typ I von 10 bis 20 Prozent.
- Ist ein Geschwisterkind Typ I Diabetiker besteht eine Wahrscheinlichkeit 3 bis 7 Prozent ebenfalls Zuckerkrank zu werden.
- Bei einem erkrankten Zwillingsgeschwisterkind besteht für den anderen Zwilling ein Risiko von 30 bis 50 Prozent an Diabetes mellitus Typ I zu erkranken.
- Liegen in der Familie keine Fälle von Diabetes mellitus Typ I vor, besteht jedoch immer noch ein Risiko von 0,4 Prozent, die Erkrankung zu entwickeln.
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.