Ketonkörper können sowohl im Blut, als auch im Urin nachgewiesen werden. Eine Blutprobe aus der Punktion einer Armvene kann mittels einfacher Labormethoden auf Ketonkörper hin untersucht werden.
In der Untersuchung des Urins werden die Ketonkörper auch häufig ohne spezielle Begründung mitbestimmt, da der Ketonkörpertest ein Teil eines Mehrfachstestreifens ist. Dieser wird kurz in den Harn getaucht und besitzt ein Testfeld, auf dem ein Farbumschlag zu beobachten ist, wenn Ketonkörper im Urin vorhanden sind.
Kommen Ketonkörper im Harn vor ist dies ein Hinweis auf einen sehr hohen Ketonkörperspiegel im Blut und deutet meist auf eine Entgleisung des Stoffwechsels bei Diabetikern hin.
Die Untersuchung des Urins auf Ketonkörper sollte vor allem bei Diabetikern erfolgen, die:
- Eine anhaltend starke Ausscheidung von Zucker mit dem Urin vorweisen
- An Infekten leiden.
- Sich schlecht fühlen. Vor allem Müdigkeit, Gewichtsverlust sowie Übelkeit und Erbrechen deuten auf eine Ketoazidose hin.
- Häufiger einen Blutzuckerspiegel über 250 mg/dl messen.
Worauf können erhöhte Ketonkörperwerte hinweisen?
Eine erhöhte Konzentration von Ketonkörpern im Blut weist zunächst auf einen gesteigerten Fettabbau hin.
Dieser kann wiederum verschiedene Ursachen haben:
- Hunger, Schlankheitskuren oder sportliche Ausdauerleistungen können einen vermehrten Abbau von Körperfett zur Folge haben, da hier mehr Energie benötigt wird als der Körper durch Nahrungsaufnahme erhält.
- Bei Schwangerschaftserbrechen kommt es ebenfalls häufig zur Ausscheidung von Ketonkörpern.
- erhöhte Ketonkörperkonzentrationen sind jedoch auch bei Diabetikern nachweisbar. In diesem Fall wird durch den Mangel an Insulin immer weniger Zucker vom Körper verwertet. Deshalb müssen stattdessen Fette abgebaut und zur Energiegewinnung genutzt werden. Somit steigt auch der Gehalt von Ketonkörpern im Blut an. Werden die Ketonkörper bei Diabetikern schließlich auch im Urin nachweisbar, liegt meist schon eine ernstzunehmende Entgleisung des Stoffwechsels vor und es besteht die Gefahr einer Säurevergiftung (Ketoazidose), die zu einem bedrohlichen Koma führen kann.
- Auch bei Alkoholismus kann man häufig Ketonkörper im Urin nachweisen.
- Kommen Ketonkörper im Harn von Neugeborenen vor, ist dies ein Zeichen für eine angeborene Stoffwechselerkrankung.
Was muss bei der Bestimmung der Ketonkörper beachtet werden?
Eine Untersuchung des Urins auf Ketonkörper kann auch negativ ausfallen, obwohl man aufgrund eines Zuckerkrankheit oder einer Alkoholsucht positive Werte erwarten würde. Oft liegt der Auslöser für dieses falsch-negative Ergebnis in der Wahl des Teststreifens, der nicht alle Formen der Ketonkörper messen kann. Verwendet man beispielsweise einen Aceton-Test zur Ketonkörpermessung bei einem Patienten, der jedoch einen erhöhten Spiegel an Beta-Hydroxy-Buttersäure hat, fällt der Test negativ aus, obwohl der Betroffene massiv Ketonkörper im Urin hat.
Auch bei lange abgestandenem Harn kann der Test negativ ausfallen, da sich die Ketonkörper mit der zeit in Gas verflüchtigen. Nicht zuletzt können auch verschiedene Medikamente das Testergebnis des Urinstreifens beeinflussen. Blutdrucksenkende Arzneimittel wie Captopril, hustenlösende Acetylcysteinsäure (ACC) oder die Einnahme von Vitamin C-Präparaten führen oftmals zu falsch positiven Ergebnissen.
Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.