Hinter dem Begriff des Hodenkrebses verbergen sich viele unterschiedliche Tumoren, die zunächst eingeteilt werden in
- Seminome sind mit 45 bis 50% die häufigsten Hodentumoren und befallen vor allem weiße Männer zwischen 30 und 50 Jahren. Sie haben eine gute Prognose.
- Embryonale Karzinome machen mit 14-20% aller Keimzelltumoren die zweithäufigste Gruppe aus. Sie sind extrem bösartig, können aber trotzdem wirkungsvoll therapiert werden.
- Teratome gehören nur bedingt zum Begriff Hodenkrebs, da sie normalerweise angeboren und gutartig sind. Sie machen etwa 3-7% aller Keimzelltumoren aus und können Anteile aller drei Keimblätter enthalten, also Muskeln, Knorpel, Knochen, Hautanhangsgebilde und andere Strukturen, z.B. Zähne. Bei Patienten nach der Pubertät können sie aber auch bösartig sein und sich über die Lymphwege im Körper ausbreiten (metastasieren). Aus ihnen können sich auch andere Tumoren, beispielsweise Sarkome, entwickeln.
- Dottersacktumoren machen nur 2% aller Keimzelltumoren aus, sind aber mit 75% die häufigsten Keimzelltumoren des Säuglings- und Kindesalters. Sie sind sehr bösartig, allerdings ist die heute einsetzbare Chemotherapie sehr wirkungsvoll.
- Choriokarzinome schließlich sind mit weniger als 0,5% die seltensten Keimzelltumoren und vermutlich die bösartigsten Tumoren überhaupt, da sie sehr schnell Blutgefäße „anfressen" und auf diese Weise sehr früh über den Blutweg (hämatogen) metastasieren können.
- Leydig-Zell-Tumoren, sie entwickeln sich aus den Testosteron produzierenden Leydig-Zellen und machen 1-4% aller Hodentumoren aus; von ihnen sind etwa 90% gutartig
- Sertoli-Zell-Tumoren sind selten (0,5-2% aller Hodentumoren), auch von ihnen sind etwa 90% gutartig.