Lupus erythematodes kann sehr viele verschiedene Symptome hervorrufen, je nachdem, welche Organe befallen sind. Außerdem kann man ein akutes von einem chronischen Stadium unterscheiden.
Akut
Das akute Stadium gleicht einer Grippeerkrankung. Es treten Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen auf. Außerdem erhöht sich die Körpertemperatur bis hin zum Fieber. Im Übergang zum chronischen Stadium treten dann die spezifischen Organschädigungen auf.
Chronisch
Hier ist es sinnvoll, die einzelnen Organe getrennt zu betrachten, obwohl natürlich auch ein Befall mehrerer Strukturen gleichzeitig möglich ist.
Gelenke
Es tritt eine Entzündung vieler Gelenke auf (Polyarthritis), die aber keinem bestimmten Muster folgt, wie bei der rheumatischen oder der Psoriasis-Arthritis.
Haut
Besonders hervorstechend ist der typische Hautbefall des Lupus. Charakteristisch ist hier vor allem die stark erhöhte UV-Empfindlichkeit, was umgangssprachlich oft als Sonnenallergie bezeichnet wird. Ein eindeutiges Diagnosekriterium ist auch das Schmetterlingserythem, das jedoch nur bei etwa 30 Prozent aller Betroffenen besteht. Hierbei röten sich Nase und Wangen, der Raum um den Mund herum bleibt blass (periorale Blässe).
Gefäße
Typischerweise tritt das sogenannte Raynaud-Syndrom auf. Dabei
werden die Finger in gewissen Situationen (vor allem Kälte und Stress) nicht mehr ausreichend durchblutet. Sie erscheinen blass und kalt („Leichenfinger"). Nach einiger Zeit werden sie dann verstärkt durchblutet, was zu Kribbeln und teilweise auch Schmerzen in den Fingern führt.
Lupus kann auch von einer anderen Erkrankung begleitet werden, dem Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom. Diese Erkrankung betrifft unter anderem das Gerinnungssystem und ruft Thrombosen (Klumpen aus geronnenem Blut) hervor. Diese können zu Gefäßverengungen und -verschlüssen führen.
Nieren
Auch die Nieren können betroffen sein. Hier treten vor allem die Ausscheidung von Proteinen und anderen Blutbestandteilen in den Vordergrund. Entzündungsprozesse spielen hierbei eine große Rolle. Sie lassen die Filtersysteme der Nieren durchgängiger werden.
Herz
Am Herzen spielen vor allem Entzündungsprozesse eine Rolle. Es kann zu Endokarditis (Entzündung der innersten Schicht und der Klappen), Myokarditis (Herzmuskel-Entzündung), Perikarditis (Herzbeutel-Entzündung) und sogar Koronaritis (Entzündung der Herzkranzgefäße). Die meisten Todesfälle des Lupus erythematodes werden durch einen Herzinfarkt ausgelöst. Daran ist jedoch teilweise auch die langwierige Therapie mit Steroiden beteiligt.
Lunge
Bei jedem zweiten Patienten wird im Verlauf der Krankheit die Lunge befallen. Am häufigsten kommt es zur Entzündung der Pleura (Lungenfell), aber auch Lungenentzündungen können entstehen.
Nerven und Gehirn
Die Symptome reichen von Depressionen über Psychosen bis hin zu Neuropathien (Empfindungsstörungen). Auch Fibromyalgien treten häufig auf. Hierbei senden Nerven grundlos Schmerzsignale ins Gehirn, die Bewegungsfähigkeit wird eingeschränkt.
Bei zusätzlichem Bestehen des Antiphospholipid-Antikörper-Syndroms kann es auch noch zu Schlaganfällen mit der entsprechenden Symptomatik kommen (z.B, halbseitige Lähmung).
Letzte Aktualisierung am 07.08.2009.