Wunden oder Hautverletzungen entstehen in der Regel durch äußere Gewalt oder als Folge durch Krankheiten.
Die wichtigsten Ursachen sind:
- Unfälle
- absichtlich schädigende Verletzungen, z.B. mit Hiebwaffen
- Operationswunden
- Laserbehandlungen
- minimale Verletzungen durch Gefühllosigkeit oder Schmerzlosigkeit, z.B. durch diabetische oder alkoholtoxische Neuropathie
- motorische Lähmungen, z.B. wenn Patienten nicht mehr selbstständig Lagerungswechsel durchführen können (z.B. Gefahr von Dekubitus)
- Durchblutungsstörungen
Schnittwunden
Schnittwunden werden besonders durch die Einwirkung scharfkantiger oder glatter Gegenstände wie Messer, Scheren oder auch Sportgeräte mit glatten Kanten, z.B. Schlittschuhe, hervorgerufen. Durch den Schnitt werden zahlreiche Blutgefässe in der obersten Hautschicht verletzt, welche zu starken Blutungen führen können. Die Wundränder klaffen häufig auseinander, wobei die Ränder in der Regel relativ glatt sind. Durch die starke Blutung werden auch Erreger aus der Wunde ausgeschwemmt, so dass es hier nur selten zu Wundinfektionen kommt.
Schürfwunden
Schürfwunden sind die häufigsten Verletzungen. Es handelt sich dabei um oberflächliche Hautverletzungen (Epidermis und zum Teil die darunter liegende Dermis), die durch das Einwirken rauer Gegenstände oder Flächen verursacht werden.
Sie entstehen oft durch Stürze auf den Boden oder durch versehentliche Reibung an Wänden oder Sportgeräten. Durch die Reibung, die während des Verletzungsvorgangs entsteht, kann es zusätzlich zu Verbrennungserscheinungen, z.B. beim Abrutschen von Seilen, kommen.
Jede Schürfwunde sollte innerhalb der ersten sechs Stunden versorgt werden. Ist dies nicht der Fall, so gilt die Wunde nach sechs Stunden als infiziert. Von der Wunde ausgehend kann sich die Infektion über die Lymphbahnen und -knoten im gesamten Körper ausbreiten.
Riss- und Quetschwunden
Risswunden entstehen durch die Einwirkung spitzer Gegenstände und die gleichzeitige Überdehnung der betreffenden Hautpartie. Die Haut reißt ein. Quetschwunden werden dagegen häufig durch Aufprall gegen die Wand oder Zusammenstöße mit anderen Menschen verursacht.
Platzwunden
Eigentlich handelt es sich bei den Platzwunden um Riss-Quetsch-Wunden, die nach Einwirkung stumpfer Gewalt überall dort auftreten, wo direkt unter der Haut ein Knochen liegt.
Stichwunden
Stichwunden werden durch das Einwirken spitzer Gegenstände wie Messer oder Spieße hervorgerufen.
Blasen
Blasen können entweder durch Hitzeeinwirkung (Verbrühung bzw. Verbrennung) oder durch übermäßige Reibung an einer Hautstelle, z.B. durch falsches Schuhwerk, entstehen. Durch andauernden Druck oder die Reibung, wird die oberste Hautschicht von der darunter liegenden Schicht gelöst, so dass sich ein Hohlraum bildet. Es kommt zu einem Flüssigkeitsaustritt aus dem verletzten Gewebe, der sich im entstandenen Spalt sammelt (Wundsekret).
Verbrennungen
Durch Einwirkung von Wärme auf das Gewebe können Verbrühungen und Verbrennungen entstehen. Der enorme Temperaturanstieg führt dabei zu einer Zellschädigung bzw. zum Zelltod und zur Gerinnung der Eiweißpartikel. Je nach Temperaturhöhe und Dauer der Hitzeeinwirkung, kann die Ausbreitung und Tiefe der Gewebsschädigung unterschiedlich aussehen. Man unterteilt die Verbrennungen in 4 Grade.
Erfrierungen
Unter einer Erfrierung versteht man einen lokalen Kälteschaden des Gewebes, der durch intensives, einmaliges Kältetrauma verursacht wird. Als Folge kommt es zu einem Sauerstoffmangel in der entsprechenden Körperregion, welches zu einem Gewebsschaden oder bis hin zum Zelltod führen kann.
Verätzungen
Verätzungen kommen durch Säureeinwirkungen auf Haut oder Schleimhaut zustande.
Bisswunden
In der Regel handelt es sich um Tierbisse, die mit einer hohen Infektionsgefahr verbunden
sind. Besonders groß ist die Gefahr der Übertragung von Tetanus und Tollwut.
Schusswunden
Es handelt sich in der Regel um kleine Wunden, bei denen sich das Geschoss zum Teil noch im Körper befindet.
Abhängig von der Ursache, kann man folgende Wundarten unterscheiden:
Mechanisch verursachte Wunden
Wunden die durch scharfe oder stumpfe Gewalt verursacht werden. Dazu gehören z.B. Schnittwunde, Stichwunde, Bisswunde, Schusswunde und Quetsch- oder Platzwunde.
Thermische Wunden
Dazu zählen Verbrennungen, Verbrühungen oder Erfrierungen.
Chemische Wunden
Hierzu gehören Verätzungen durch Säuren oder Laugen.
Aktinische oder Strahlenwunden
Werden durch Verstrahlung durch ionisierende Strahlen (wie Röntgenstrahlen) oder durch radioaktive Isotope hervorgerufen.
Mögliche Ursachen die zu einer schlechten Wundheilung führen, können sein:
- falsche Wundversorgung
- Infektionen
- äußere negative Einflüsse wie z.B. Feuchtigkeit
- Durchblutungsstörungen
- Stoffwechselstörungen, z.B. Diabetes mellitus
- schlechter Ernährungszustand
- Nebenwirkung von Arzneimitteln, z.B. Kortison
- berühren oder Aufkratzen der Wunde
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.