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Diabetes in der Schwangerschaft - Ursachen


Die Schwangerschaft kann den Stoffwechsel durcheinander bringen

Durch die hormonellen Änderungen kommt es in der Schwangerschaft zu einer zusätzlichen Belastung für den Stoffwechsel. Der Stoffwechsel der werdenden Mutter gerät durcheinander. Besonders stark betroffen ist hierbei der Kohlenhydratstoffwechsel. Es ist daher kein Wunder, dass bei drei von hundert Schwangeren erhöhte Blutzuckerwerte vorliegen. Diese Störung tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, am häufigsten wird sie zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche (SSW) beobachtet. Zu Beginn der Schwangerschaft ist die Insulinausschüttung eher vermindert, steigt später jedoch erheblich an.

Durch die Schwangerschaftshormone steigt der Insulinbedarf des Körpers. Zudem wirken auch Hormone, die der Mutterkuchen (Plazenta) bildet, unter anderem blutzuckererhöhend. Durch die Schwangerschaft kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen blutzuckererhöhenden Hormonen und dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin. Ist die Schwangere nicht in der Lage diesen erhöhten Bedarf durch Mehrproduktion von Insulin auszugleichen, so steigt der Blutzuckerspiegel höher als üblich. Die Bauchspeicheldrüse gibt das Insulin um ca. 15 Minuten verzögert in die Blutbahn ab.

Das Insulin ist das einzige blutzuckersenkende Hormon des Körpers. Er ist dafür verantwortlich, dass Glucose vom Blut in die Zellen gelangt und somit den Blutzuckerspiegel senkt. Durch den Insulinmangel steigen die Blutzuckerwerte und es entsteht ein Schwangerschaftsdiabetes. Der erhöhte Blutzuckerwert stellt jedoch eine Gefahr dar:

  • Aufgrund des Überangebots an Blutzucker wachsen die Kinder viel zu schnell, so dass die Organe meist in ihrer Entwicklung nicht mithalten können.
  • Zum Geburtstermin wiegen die Säuglinge viel zu schwer, oft über 4500 g.
  • Eine natürliche Geburt ist mit diesem Gewicht oft unmöglich, da der Geburtskanal nicht unendlich dehnbar ist.
  • Lebenswichtige Organe sind nicht ausreichend entwickelt. Meist liegt eine Atemnot vor, da die Lunge oft den Gasaustausch noch nicht schafft und eine Gelbsucht (Ikterus), weil die Leber nicht ausreichend entwickelt ist.

In der Regel verschwindet der Diabetes wieder nach der Geburt, da der Insulinbedarf des Körpers wieder abnimmt. Leider bleibt der Diabetes bei ungefähr vier Prozent der Betroffenen auch nach der Schwangerschaft bestehen.

Etwa 80 Prozent aller Frauen, die bereits einen Gestationsdiabetes entwickelt haben, leiden während einer zweiten Schwangerschaft erneut daran.

Jede zweite Frau, die an einem Gestationsdiabetes litt, entwickelt innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt einen Typ-2-Diabetes. Aufgrund des hohen Diabetes-Risikos empfehlen Ärzte daher, nach der Entbindung alle ein bis zwei Jahre einen Glukosebelastungstest durchführen zu lassen.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Gestationsdiabetes sind:

  • Schwangere, die älter als 30 Jahre sind.
  • Übergewichtige Frauen
  • Familiäre Belastung: Frauen, bei denen ein Typ 2 Diabetes bereits in der Familie vorkommt.
  • Schwangere, die bereits einen Gestationsdiabetes hatten.
  • Mütter, die bereits ein besonders großes Kind (Gewicht > 4000 g) geboren haben.

« Diabetes während der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes) Symptome bei Diabetes in der Schwangerschaft »

Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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