In der Befragung der an Bulimia nervosa erkrankten Personen schildern diese eine meist andauernde mentale Beschäftigung mit dem Essen. Diese ist gleichzeitig kombiniert mit einer großen Angst vor dem Dickerwerden. Bulimische Menschen können sowohl unter-, normal- als auch übergewichtig sein. Sie haben jedoch immer ein sehr schlankes Körperideal. Zwischen den Attacken sind die Betroffenen meist sehr kontrollierte Menschen und haben ihren Alltag gut im Griff.
Der Behandelnde Arzt ist meist auf die Aussagen nahe stehender Personen angewiesen, die die Essattacken und das Erbrechen beobachtet haben. Erst in der späten Phase der Bulimie fallen körperliche Merkmale der Bulimiker, wie die typischen Hamsterbacken, Verhornungen an Handflächen und Fingern durch den Kontakt mit der aggressiven Magensäure und Zahnschmelzdefekte vor allem an den Schneidezähnen.
Im Gegensatz zur Magersucht, von der man die Bulimia nervosa abgrenzen muss, sind hier meist ältere Mädchen beziehungsweise junge Frauen betroffen, deren Körpergewicht normal oder nur leicht erniedrigt ist. Aus einer Magersucht kann sich jedoch durchaus eine Bulimie entwickeln, wenn bei den Betroffenen das ständige Hungerbemühen zusammenbricht.
Es muss außerdem sichergestellt werden, dass das ständige Erbrechen nicht durch eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes hervorgerufen wird. Auch das Vorliegen einer Depression sollte ausgeschlossen werden.
Bulimie kann auch im Rahmen von Erkrankungen des Nervensystems auftreten, wie beispielsweise im Falle der Prick-Krankheit. Bei dieser Erkrankung bilden sich Teile des Gehirns, besonders der Stirnteil (Frontallappen) zurück, wodurch es zu starken Persönlichkeitsveränderungen kommt. Diese Erkrankung ist jedoch sehr selten und die Bulimie ist dabei nur eines von vielen Symptomen.
Werden von Bulimia nervosa betroffene Personen jedoch zusätzlich durch eine starke Wesensveränderung auffällig, sollte in jedem fall auch eine Untersuchung durch einen Nervenarzt (Neurologen) erfolgen.