Die Diagnose der Panarteriitis nodosa wird anhand der Kombination der oben beschriebenen Symptome gestellt. Neben dem klinischen Bild und den Laborbefunden, ist auch eine Gewebeuntersuchung der befallenen Arterien erforderlich. Im Anfangsstadium ist die Diagnosestellung oft sehr schwierig. Leider gibt es keine typischen Marker für die Erkrankung, die im Blut nachweisbar sind.
Zur Bestätigung der Diagnose wird daher von einem betroffenen Organ eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Diese wird unter einem Mikroskop untersucht. Hierbei kann man eine Entzündung feststellen, die alle Wandschichten der Arterie betrifft.
Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist die Angiographie, also die Darstellung der Gefäße. Aufgrund der Entzündung entsteht eine Schwächung der Gefäßwände, dadurch können sich Aussackungen bzw. Aneurysmen ausbilden. Diese werden bei der Untersuchung der Arterien, mit Hilfe eines Kontrastmittels dargestellt. Man spritzt in die Gefäße Kontrastmittel ein, welches die Arterien auf dem nachfolgenden Röntgenbild klar sichtbar machen.
Die Diagnose der Panarteriitis nodosa (PAN) kann gestellt werden, wenn mindestens 3 der folgenden 10 Kriterien erfüllt sind (gemäß den ACR-Kriterien):
- Schwäche und Muskelschmerzen
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit der Hoden (keine andere Ursache nachweisbar)
- Livedo reticularis
- Gewichtsverlust >= 4 kg (keine andere Ursache nachweisbar)
- Bluthochdruck
- Mono- oder Polyneuropathie
- Nachweis einer Hepatitis B oder Hepatitis C Infektion
- Erhöhung des Serum-Kreatinins oder des Serum-Harnstoffs
- Auffäligkeiten in der Angiographie
- pathologischer Befund einer Arterienbiopsie
Im Labor sind erhöhte Entzündungswerte zu finden (erhöhtes CRP und Blutsenkungsgeschwindigkeit).
Differentialdiagnose
Man sollte differentialdiagnostisch an folgende Erkrankungen denken:
- mikroskopische Polyangitis
- andere Vaskulitiden (Gefäßentzündungen)
- systemischer Lupus erythematodes
Therapie
Die Panarteriitis nodosa zählt zu den schwersten und gefährlichsten rheumatischen und immunologischen Erkrankungen. Unbehandelt endet die Erkrankung in 90 Prozent der Fälle tödlich. Da die Erkrankung in jedem Fall lebensbedrohlich ist, gestaltet sich die Therapie entsprechend aggressiv.
Die Therapie sollte nach der Diagnosestellung sofort eingeleitet werden. Die Erkrankung wird in der Regel mit Kortikosteroiden und Cyclophosphamid behandelt. Zunächst erfolgt die Therapie mit hohen Kortisondosen, in Form von Tabletten. In hartnäckigen Fällen werden die Medikamente über eine Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht. Außerdem erfolgt gleichzeitig die Einleitung einer Cyclophosphamid-Therapie. Im Rahmen einer Hepatitis-B Infektion, wird auch diese behandelt und führt zu einer Besserung der Symptome.
Prognose
Die Prognose der Panarteriitis nodosa ist bei qualifizierter Therapie in einem spezialisierten Zentrum recht gut. Oft lassen sich bei rechtzeitiger Therapieeinleitung eine Vollremission erzielen, bevor es zu bleibenden Schäden kommt. Eine unbehandelte Panarteriitis nodosa führt im Verlauf von 5 Jahren in fast 90 Prozent der Fälle zum Tod. Bei Befall des Magen-Darm-Traktes ist eine besonders schlechte Prognose zu erwarten.
Letzte Aktualisierung am 04.08.2009.