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Arthritis - Infektiös bedingte Arthritiden


Was sind infektiös bedingte Arthritiden?

Eitirige Arthritis

Bei der eitrigen Arthritis handelt es sich um eine Infektion der Gelenke, hervorgerufen durch Bakterien. Der eitrigen, bakteriellen Arthritis liegen grob zwei Ursachen zugrunde. Die Bakterien gelangen entweder direkt durch Verletzungen, die den Gelenkinnenraum eröffnen, oder durch medizinische Maßnahmen (wie etwa Injektionen/Spritze in ein Gelenk oder Operationen) sowie über die Blutbahn (hämatogen) in das Gelenk. Auch eine gelenknahe Osteomyelitis kann im schlimmsten Fall in ein Gelenk einbrechen und zu einer Arthritis führen.

Bei der Untersuchung findet sich ein trüb-eitriger Erguss im betroffenen Gelenk. Eine eitrige Arthritis muss sofort, in der Regel durch Antibiotika, behandelt werden. In den meisten Fällen ist parallel eine operative Gelenksanierung notwendig. In der Hälfte der Fälle findet sich bei erwachsenen immunkompetenten Patienten als Erreger der Staphylococcus aureus, in etwa 25 Prozent Staphylococcus epidermis und bei knapp 15 Prozent Streptokokken. Bei immungeschwächten Patienten und Kindern lassen sich hingegen häufiger seltenere Keime nachweisen. Demnach muss die antibiotische Therapie auch anders gestaltet werden.

Lyme-Arthritis

Die Lyme-Arthritis kommt selten vor und wird durch Borrelien ausgelöst. Borrelien sind Bakterien, welche durch Zeckenbisse übertragen werden. Im ersten Stadium der Infektion entsteht meist eine flächenhafte (Wander-) Rötung um die Bissstelle, welches in der Medizin auch als Erythema migrans bezeichnet wird. Wird die Infektion nicht behandelt, so tritt in circa 50 Prozent der Fälle, nach ein bis drei Monaten, eine Entzündung eines oder mehrerer großer Gelenke auf, bevorzugt des Kniegelenks.

Rheumatisches Fieber

Nach einer bakteriellen Rachenentzündung kann es zu einer Streuung von Bakterienprodukten (Antigenen) in Kombination mit Antikörpern des Körpers kommen. Dies kann wiederum zu hohem Fieber und einer Entzündung der großen Gelenke führen. Häufig wird dieses Bild, von einer Entzündung des Herzmuskels begleitet. Das rheumatische Fieber kommt heute bei uns sehr selten vor.

Virusbedingte Arthritis

Begleitende Gelenkentzündung bei oder nach Virusinfektionen. Als häufigste Ursache sind folgende Virusinfektionen bzw. Viren zu nennen: Röteln, Hepatitis B, Mumps, Herpesinfektionen, infektiöser Mononukleose, Windpocken, Pocken, Adenovirus-Infektionen, Coxsackie-Virus-Infektionen, Influenza (Virusgrippe), HIV und andere Viruserkrankungen.
Meist sind ein Gelenk oder mehrere Gelenke befallen.

Reaktive Arthritis

Eine reaktive Arthritis kann hervorgerufen werden durch Bakterien wie Chlamydien, Salmonellen, Shigellen oder verschiedene Viren sowie einige Erkrankungen durch Parasiten. Die Entzündung tritt mit zeitlicher Verzögerung von einigen Tagen bis Wochen auf. Im betroffenen Gelenk sind keine lebenden Erreger mehr nachweisbar. Eine Sonderform stellt das Reiter-Syndrom dar. Hierbei handelt es sich um eine Arthritis, die im Anschluss an eine Darminfektion oder Infektion der ableitenden Harnwege entsteht. Die Arthritis wird von einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) begleitet. Zudem kann es zu Haut- und Schleimhautveränderungen kommen. In seltenen Fällen ist das Herz betroffen.


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Letzte Aktualisierung am 06.08.2009.

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