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Arthritis - Nicht infektiöse Arthritiden


Was sind nicht infektiöse Arthritiden?

Bei den nicht infektiösen Arthritiden handelt es sich um Autoimmunprozesse, bei denen körpereigene Substanzen fälschlich als fremd angesehen und vom eigenen Abwehrsystem des Körpers angegriffen und zerstört werden. In der Folge kommt es zunächst zu einer Schwellung und Wucherung der Synovialis (Schleimhautschicht), die für die Ernährung des Gelenkknorpels und die Produktion der Synovialflüssigkeit zuständig ist. Mit der Zeit überwächst die wuchernde Schleimhaut, von den Rändern ausgehend, den Knorpel und zerstört ihn. Diese aggressive, nicht mehr regelrecht funktionierende Synovialis wird als „Pannus" bezeichnet.

Je nach Typ und Verlaufsform der Arthritis kann es bis zur kompletten Entblößung der knöchernen Gelenkoberfläche kommen. In diesem Fall kommt es zur direkten Reibung von Knochen auf Knochen. Durch diesen Abrieb kommt es in der Folge zu einer Knochenverkürzung. Das Gelenk wird sehr instabil, der Bandapparat verliert durch den starken Knochenabrieb seine Funktion. Diese sehr schwere Verlaufsform bezeichnet man als „mutilierend" (abfressend).

Man unterscheidet zwischen nicht infektiösen akuten oder chronischen Gelenkentzündungen. Zu den nicht infektiösen akuten Gelenkentzündungen gehören:

  • Akuter Schub einer chronisch rheumatischen Erkrankung.
  • Akute Verschlechterung einer bestehenden Arthrose (Gelenkverschleiß) durch mechanische Überlastung.
  • Gicht-Anfall: Eine durch Harnsäureerhöhung ausgelöste, sehr schmerzhafte Gelenkentzündung. Häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen.

Zu den nicht infektiösen chronischen Erkrankungen gehören:

  • Rheumatoide Arthritis
    Die rheumatoide Arthritis, auch als chronische Polyarthritis oder Gelenkrheuma bezeichnet, kann schon in jungen Jahren auftreten. Es handelt sich hierbei um eine häufige chronische Gelenkentzündung, welches zu den rheumatischen Erkrankungen zählt. Die Erkrankung wird zunächst mit Blutuntersuchungen, durch den Nachweis von so genannten „Rheumafaktoren", diagnostiziert. Bei schweren Krankheitsbildern können die Laborbefunde aber auch negativ ausfallen, dann spricht man von einer „seronegativen Arthritis". In diesem Fall können Laboruntersuchungen der Synovialflüssigkeit oder eine feingewebliche (histologische) Untersuchung der Synovia zusätzliche Informationen liefern. Im Röntgenbild sind charakteristische Veränderungen der gelenknahen Knochen, eine so genannte „arthritische Randsaumbildung", erkennbar. Ein weiteres Hilfmittel ist die Szintigraphie. Sie zeigt einen Überblick über die entzündlichen Aktivitäten und zeigt, welche Gelenke an dem Krankheitsgeschehen beteiligt sind (können von außen noch völlig unauffällig aussehen).

  • Morbus Bechterew
    Beim Morbus Bechterew handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung, der vor allem im Bereich des Rückens (Wirbelsäule und Kreuzbeinfugen) lokalisiert ist und zu Schmerzen in Lendenwirbelsäule und Gesäß führt. Ursache ist meistens eine erbliche Veranlagung. Weitere Auslöser sind bis heute noch unbekannte Faktoren. Die Erkrankung führt mit der Zeit zur Versteifung der Wirbelsäule und des Brustkorbes und zur Verkrümmung der Wirbelsäule („Buckel).

  • Psoriasis-Arthritis
    Die psoriatische Arthritis ist eine begleitende Gelenkentzündung bei der Schuppenflechte (Psoriasis). Meist kommt es zu einem asymmetrischen Befall mehrerer Gelenke, auf beiden Körperhälften. Auch der so genannte Strahlbefall, z.B. Befall aller Gelenke eines Fingers oder distaler Befall aller Fingerendgelenke sprechen für diese Form der Arthritis. In einigen Fällen kann die Diagnose dadurch erschwert werden, dass die Gelenkbeteiligung sogar Monate oder Jahre vor den typischen Hauterscheinungen der Psoriasis auftritt.

  • Enteropathische Arthritis
    Hierbei handelt es sich um eine Begleitarthritis bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

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Letzte Aktualisierung am 06.08.2009.

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