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Morbus Bechterew


Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew ist eine chronische (nicht nur vorübergehende) rheumatische Erkrankung der Bänder und Gelenke, die über entzündliche Prozesse zu einer knöchernen Einsteifung der Wirbelsäule, der Rippenwirbelgelenke und einiger Sehnen und Sehnenansätze von peripheren Gelenken führen kann. Bei 25 Prozent der Patienten sind im Verlauf der Erkrankung auch weitere Gelenke wie Hüft- und Kniegelenk befallen. Weitere 20 Prozent der Patienten leiden zusätzlich unter Entzündungen von Auge, Darm, Herz, Niere und Lunge.

Die Erkrankung gehört zur Gruppe der Spondylarthropathien (Erkrankungen der Wirbelsäulengelenke), zu der unter anderem auch die Lyme-Arthritis, das rheumatische Fieber, die Psoriasisarthritis, die Arhtitis bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und die reaktive Poststreptokokkenarthritis gehören. Morbus Bechterew betrifft vorwiegend die Lenden- und Brustwirbelsäule und die Kreuz-Darmbeingelenke.

Im deutschen Sprachraum sowie in Osteuropa hat sich vielmehr die Bezeichnung „Morbus Bechterew" (MB) statt Spondylitis ankylosans eingebürgert. Der Begriff Morbus kommt aus dem lateinischen und bedeutet Krankheit. Die Krankheit wurde keineswegs vom russischen Neurologen Wladimir Bechterew entdeckt oder als erste beschrieben. Herr Bechterew hat nur in den 1890 er Jahren eine hierzulande besonders bekannt gewordene Beschreibung veröffentlicht. Die Erkrankung wurde erstmalig 1884 von Adolf Strümpell (Leipzig) beschrieben. Bis heute gilt die Erkrankung als nicht heilbar, lässt sich aber in ihrem Verlauf ganz entscheidend beeinflussen.

In Deutschland leiden etwa 1,9 Prozent der Bevölkerung an dieser Krankheit. Bei vielen der Betroffenen, mit eher milden Symptomen, wird die Erkrankung gar nicht diagnostiziert, so dass nur eine Minderheit der geschätzten Patienten davon Bescheid weiß. Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. spricht von 100.000 bis 150.000 diagnostizierten Fällen. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen. Morbus Bechterew verläuft bei Frauen viel milder und langsamer als bei Männern, insbesondere was die Verknöcherung der Wirbelsäule betrifft. Daher wird die Erkrankung bei Frauen auch viel seltener diagnostiziert. In den westlichen Industrieländern treten die ersten Symptome bei Erkrankten meist im jungen Erwachsenenalter (20-25 Jahre) auf. In nur 5 Prozent der Fälle liegt der Erkrankungsbeginn nach dem 40. Lebensjahr.


Morbus Bechterew - Ursachen »

Letzte Aktualisierung am 06.08.2009.

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