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Eröffnungsphase der Geburt


Der erste und der längste Abschnitt einer Geburt...


Die Eröffnungsphase ist der Zeitraum von Beginn der Geburtswehen bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes auf etwa zehn Zentimeter. Der Muttermund sollte sich pro Stunde um einen Zentimeter öffnen.

Die Eröffnungsphase ist der erste und längste Teil einer Geburt. Im Durchschnitt beträgt sie bei Erstgebärenden etwa acht bis zwölf Stunden und bei Mehrgebärenden etwa vier bis sechs Stunden. Grund dafür ist, dass bei Erstgebärenden sich zunächst der Gebärmutterhals verkürzt, bevor sich der Muttermund öffnet. Bei Mehrgebärenden laufen die Vorgänge parallel ab.

Diese Zahlen sind jedoch statistisch ermittelte Durchschnittswerte und können sehr stark variieren.

In der Eröffnungsphase kehren die Wehen regelmäßig wieder und sind oft sehr schmerzhaft. Während in der Anfangsphase die Wehen etwa alle 15 Minuten bemerkt werden, so sind diese gegen Ende der Eröffnungsphase alle ein bis zwei Minuten spürbar und halten in der Regel etwa eine Minute an.

Das Ende der Eröffnungsphase, welches auch als Übergangsphase bezeichnet wird, verläuft oftmals sehr stürmisch. Die Wehen sind sehr kräftig und üben einen starken Druck nach unten aus. Die Wehenpausen werden hingegen kürzer. In dieser Phase sollten Sie weiterhin gut durchatmen und den Drang zum Pressen noch hinauszögern, bis der Muttermund vollständig geöffnet ist.

Viele Frauen verlieren in dieser Phase die Kraft und äußern oft den Wunsch nach Kaiserschnitt.

Während der Eröffnungsphase drückt der Kopf des Kindes immer stärker auf die Fruchtblase, bis diese reißt (Blasensprung). Der Blasensprung kann jedoch auch schon vor Wehenbeginn oder in jeder anderen Geburtsphase erfolgen.

In einigen Fällen kann sie sogar bis zur Geburt des kindlichen Kopfes bestehen bleiben („Glückshaube"). Kommt es nicht zum Blasensprung, so ist es im Verlauf sinnvoll, die Fruchtblase zu öffnen (Amniotomie). Dazu wird z.B. ein Handschuh oder ein kleiner Plastikstift mit Wiederhaken benutzt. Durch den Blasensprung werden die Wehen in der Eröffnungsphase verstärkt und damit der Druck auf den Muttermund erhöht, sodass sich dieser schneller öffnet.

Das kindliche Köpfchen steht in der Eröffnungsphase quer und weitet durch den Druck der Wehen den Muttermund von innen auf. In der Übergangsphase kommen die Wehen schneller hintereinander, werden stärker und der Schmerz wird meist intensiver. Am Ende der Übergangsphase (letzter Drittel der Eröffnungsphase) ist der Muttermund etwa zehn Zentimeter geöffnet und der Kopf des Kindes tritt tief durch das knöcherne Becken der Mutter.

Dazu macht das Kind eine 90°-Drehung. Am Ende der Eröffnungsphase landet es im so genannten „tiefen Geradstand", wobei das Kind in 95 Prozent der Geburten mit dem Rücken zur Bauchdecke der Mutter zeigt.

In der Eröffnungsphase werden die Herztöne und der Muttermund in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die Hebamme tastet bei den Untersuchungen durch die Scheide wie weit der Muttermund geöffnet ist, ob er weich oder sehr fest ist, wie weit sich das Köpfchen vorgeschoben hat und ob sich das Köpfchen richtig dreht.

Die Hebamme kann in der Regel am Ende der Eröffnungsphase die kleine Fontanelle gut tasten. Sie ist der Teil des kindlichen Hinterkopfs, an dem der Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen ist.

Merke: In dieser Phase sind die Frauen oft mut- und kraftlos und geben Dinge von sich, die sie gar nicht so meinen. Daher sollten die Partner dafür Verständnis aufbringen.

Die früher üblichen Hygienemaßnahmen wie Einlauf, Körperreinigung, Desinfektion der äußeren Geschlechtsorgane und kürzen oder rasieren der Schamhaare sind heute keine Routine mehr. Sie entscheiden selbst ob und wann Sie einen Einlauf wünschen und ob Sie die Schamhaare rasiert haben möchten.

Zudem verbraucht die Frau während der Eröffnungsphase sehr viel Energie. Viele Frauen müssen sich mehrmals übergeben, welches durch eine reflektorische Reizung eines Magennervs hervorgerufen wird. Daher empfehlen Hebammen eher kleine Snacks mit vielen Kalorien wie Eis, Schokolade, Saft oder Traubenzucker. Diese belasten den Magen nicht und liefern gleichzeitig viel Energie.


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Letzte Aktualisierung am 18.02.2009.

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