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Blutungen während der Schwangerschaft

Lesezeit: 3 Min.

Eine Blutung in der Schwangerschaft sollte ärztlich untersucht werden

Blutungen in der Schwangerschaft können sehr unterschiedliche Ursachen haben und treten vor allem im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel auf. Dagegen sind Blutungen im letzten Schwangerschaftsdrittel viel seltener, aber dafür ernst zu nehmen, da die Ursache z.B. eine Plazentalösung, für das Kind sehr lebensgefährlich sein kann.

Blutungen zeigen entweder, dass eine Schwangerschaft nicht geklappt hat oder dass bei einer bestehenden Schwangerschaft ein ernsthaftes Problem existiert. Eine Blutung während der Schwangerschaft ist daher ernst zu nehmen und sollte in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Die Ursache der Blutung sollte mittels Ultraschall und einer Blutuntersuchung ermittelt werden. Aber keine Angst, denn eine Blutung ist nicht immer mit dem Anfang vom Ende einer Schwangerschaft gleichzusetzen.

Etwa 20 Prozent aller werdenden Mütter sind davon betroffen.

Je nach Zeitpunkt können die Blutungen aufgeteit werden in:

  • Blutungen in der Frühschwangerschaft
  • Blutungen in der Spätschwangerschaft

Blutungen in der Frühschwangerschaft

Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft sind ein relativ häufiges Ereignis. Sie sind in 20 bis 25 Prozent aller Schwangerschaften zu erwarten. In 50 Prozent der Fälle stellen sie weder für Mutter noch für den Fötus ein ernsthaftes Problem dar. Leichte Schmierblutungen sind meist normal.

Tritt ein leicht blutiger Ausfluss auf, der circa 3 bis 4 Wochen nach der letzen Periode erscheint, so kann es sich um die Nidationsblutung handeln, die durch die Einnistung der Frucht in die Gebärmutterschleimhaut verursacht wird und harmlos ist.

Bei manchen Schwangeren ist die Ursache ein zu niedriger Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron, sie bluten deshalb vorübergehend. In solchen Fällen erhält die Patientin gelegentlich ein Gestagen. Es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, wie lange diese Medikamente gegeben werden sollen. Einige Experten empfehlen die Therapie bis zur 12. Schwangerschaftswoche, andere bis zur 8. oder 9. Schwangerschaftswoche. Eine Lutealinsuffizienz muss spätestens in der 12. Schwangerschaftswoche nicht mehr ausgeglichen werden, da die Gelbkörperhormon-Produktion ab dann vom Mutterkuchen (Plazenta) sichergestellt wird.

In den weiteren Wochen der Schwangerschaft kann es natürlich auch noch zu Schmierblutungen oder leichten Blutungen kommen. Meist um die Zeit herum, wo normalerweise die Periode eingesetzt hätte.

Als weitere harmlose Ursachen kommen in Frage:

  • Verletzung feiner Blutgefäße am Muttermund während des Geschlechtsverkehrs (Kontaktblutung)
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
  • versprengte Gebärmutterschleimhaut am äußeren Muttermund.
Die Gebärmutterschleimhaut wird besonders stark durchblutet und ist daher leicht verletzbar.Etwa 50 Prozent aller Schwangeren mit leichten Blutungen im ersten Schwangerschaftsdrittel (erstes Trimenon), entwickeln jedoch danach weiter eine ungestörte Schwangerschaft. Leichte Blutungen sind oft ein Zeichen dafür, dass sich die Schwangere etwas mehr schonen sollte. Nach einigen Tagen Ruhe ist meist alles wieder in Ordnung.

Vaginalblutungen in der Frühschwangerschaft, die mit heftigen Schmerzen einhergehen, können wiederum ein Hinweis auf eine extrauterine Schwangerschaft sein. Treten Schmerzen und Blutung immer gleichzeitig auf, so ist ein Arzt aufzusuchen oder das nächstgelegene Krankenhaus zu besuchen.

Blutungen in der Spätschwangerschaft (ab etwa 28. Schwangerschaftswoche)

Eine vaginale Blutung nach der 20. Schwangerschaftswoche wird in der Medizin als Blutung in der Spätschwangerschaft bezeichnet. In ihrer Stärke können die Blutungen einer normalen Regelblutung ähnlich sein, aber auch in seltenen Fällen stärker ausfallen. Die Blutungen verlaufen meistens schmerzlos. Es kann aber auch vorkommen, dass die Patienten einen eindeutig identifizierbaren Schmerz im Unterleib verspüren, wenn sich die Plazenta teilweise von der Gebärmutter ablöst. In jedem Fall ist es angeraten, sofort einen Arzt zu informieren, egal in welchem Schwangerschaftsstadium die Blutungen auftreten. Die Patienten müssen auf jeden Fall untersucht werden, wobei leider in fast 50 Prozent aller Fälle die genaue Ursache nicht diagnostiziert werden kann.

Oft ist die Ursache ein harmloser, lokaler Defekt am Gebärmutterhals (Polypen) oder eine Venenverletzung in der Scheide. Sie kann aber auch ein Hinweis auf eine Plazentaablösung oder eine bevorstehende Fehlgeburt sein. Werden durch die Blutung Wehen ausgelöst, so ist eine Fehlgeburt meist nicht mehr zu vermeiden.

Diese Blutungen sid nicht zu verwechseln mit dem blutdurchsetzten Zeichnen, welches mit der Erweiterung des Gebärmutterhalses und dem Abgang des Schleimpfropfs in der Zervix einhergeht. Diese Blutung kommt normalerweise ein paar Tage oder seltener Wochen vor dem Einsetzen der Wehen vor.

Die häufigsten Ursachen für Blutungen in der Spätschwangerschaft oder kurz vor der Geburt sind:

  • Plazentakomplikationen, z.B. tiefliegende Plazenta (Placenta praevia) oder vorzeitige Plazentaablösung. Diese Situationen können für Mutter und Kind sehr gefährlich sein.
  • Präeklampsie oder Bluthochdruck
  • Bevorstehende Fehlgeburt
  • Defekt am Gebärmutterhals
Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Blutungen

 
sagt BiancaLo vor > 6 Jahre  655

Man kann trotz Blutung schwanger sein, aber meinst du nicht, dass du einfach hormonelle Schwankungen hast? Kann durch Stress oder Sonstiges schon mal ...mehr

 
sagt Linda44 vor > 6 Jahre  1416

Es kann gerade in den ersten Schwangerschaftswochen zu Blutungen kommen. Meist sind die Ursachen harmlos, Kontrolle ist trotzdem wichtig. Es könnte ...mehr

?
fragt Lucky vor > 6 Jahre  571

Hallo,
ich hatte heute morgen mit meinem Partner Sex gehabt.War jetzt kurz aufm Klo &sehe das meine Binde Blutig ist.Was soll ich machen meine ...mehr

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