Fette (Lipide) erfüllen im menschlichen Körper eine Vielzahl von Aufgaben. Sie sind ein Bestandteil von Zellmembranen, also der äußeren Hülle von Körperzellen, aus ihnen werden Hormone hergestellt und nicht zuletzt sind Fette ein wichtiger Energielieferant und Speicher. Fette können in eine Reihe von Unterformen eingeteilt werden. Cholesterin und Triglyceride sind die für den Körper wichtigsten Formen der Lipide.
Cholesterin ist ein sogenanntes Steroid und wird hauptsächlich vom Körper selbst in der Leber produziert. In der Regel werden nur 10% des Cholesterins über die Nahrung aufgenommen. Es dient als Baustein für das Gerüst der Zellmembranen. Außerdem ist es eine Vorstufe von Hormonen wie Kortisol sowie dem Regulationshormon Aldosteron und den Sexualhormonen Testosteron, Östrogen und Progesteron. Des Weiteren werden aus Cholesterin in der Leber Gallensäuren hergestellt, die für die Verdauung benötigt werden.
Triglyceride hingegen stellen die größte Gruppe der Nahrungsfette dar. Der Körper kann sie jedoch aus Zucker oder Alkohol auch selbst herstellen. Sie sind ein wichtiger Energielieferant und enthalten wesentlich mehr Energie als Zucker oder Eiweiß. Übersteigt die aufgenommene Nahrung den körperlichen Bedarf, dienen die Trigylceride als Energiespeicher und bilden in den Fettzellen die Fettdepots aus.
Im Falle der Hyperlipidämien wird deshalb auch untersucht, welche Form der Lipide im Blut erhöht ist. Man unterscheidet demnach drei Gruppen von Hyperlipidämien:
Lipide zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie nicht wasserlöslich sind. Deshalb müssen sie im Blut an spezielle Transportproteine, die sogenannten Lipoproteine, gebunden werden, um von einem Organ zum anderen zu gelangen.
Es existieren unterschiedliche Klassen von Lipoproteinen, die auch unterschiedliche Arten von Fetten transportieren können. Sie werden unterteilt in
Sind die Lipide oder die Lipoproteine im Blut erhöht, können sich an den Wänden der Blutgefäße Ablagerungen bilden, sogenannte arteriosklerotische Plaques. Da das Lipoprotein LDL Cholesterin zu den Organen transportiert, lagert sich dieses bei einem Überangebot an Cholesterin in erhöhtem Maße an den Arterienwänden ab. Es wird deshalb auch als das „böse Cholesterin" bezeichnet. HDL hingegen transportiert Cholesterin wieder zurück zur Leber und entfernt es somit aus dem Gewebe. Es wird deshalb auch „gutes Cholesterin" genannt.
Je länger die Hyperlipidämie besteht, desto mehr verändern sich die Gefäßwände und eine Arteriosklerose entsteht. Durch diese Verengung und Verhärtung der Blutgefäße kann nicht mehr genügend Blut durch die Arterien fließen und wichtige Organe werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Die Gefahr für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen ist somit um ein Vielfaches erhöht.
Die Erhöhung der Blutfette kann erblich beding sein, man spricht dann von einer primären Hyperlipidämie. Meist liegt in diesen Fällen ein Defekt eines Enzyms vor, das für den Abbau der Fette oder der Lipoproteine im Körper verantwortlich ist. Mit der Nahrung aufgenommene Fette können dann nicht verwertet werden, wodurch sie sich im Gewebe und den Arterien ablagern. Meist tritt die erbliche Form im Kindes- und Jugendalter noch nicht durch Symptome in Erscheinung.
Eine Hyperlipidämie kann jedoch auch durch eine andere Grunderkrankung oder falsche Ernährung herbeigeführt werden. In solchen fällen liegt eine sekundäre Hyperlipidämie vor. Sie kann durch Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion sowie Leber- und Nierenerkrankungen verursacht werden. Aber auch Überernährung, Fehlernährung oder zu hoher Alkoholkonsum können zu erhöhten Blutfetten führen.
In der Mehrzahl der Fälle liegen der Hyperlipidämie unterschiedliche Ursachen zugrunde. Eine genetische Veranlagung ist meist kombiniert mit einer weiteren Grunderkrankung, die zusammen mit einer Fehlernährung den Bluttfettspiegel stark in die Höhe treiben.