Die Geriatrie (Altersheilkunde) beinhaltet die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen bei Menschen im hohen Lebensalter. Das Ziel ist es, das körperliche und seelische Wohlergehen des alten Menschen sowie die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, zu erhalten. Nicht immer können die Erkrankungen und Probleme vollständig geheilt werden. Deshalb kann es in der Geriatrie wichtig sein, die Einschränkungen für den Patienten so gering wie möglich zu halten. Die Geriatrie bringt viele medizinische Fachdisziplinen unter einen Hut und befasst sich vor allem mit den für das Alter typischen Sachverhalten.
Die Frage, wer als geriatrischer Patient gilt, lässt sich nicht starr beantworten. Unter deutschen Ärzten hat sich die Grenze bei 70 Jahren etabliert, die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht ab 65 Jahren von alten Menschen. Es gibt allerdings auch schon einige verhältnismäßig junge Patienten, die an diversen Alterserscheinungen leiden. Entscheidend ist hier eher das biologische Alter und weniger die Zahl an Lebensjahren.
Die Geriatrie wird in der Zukunft eine noch größere Bedeutung erlangen, da die Lebenserwartung steigt und daher die Anzahl älterer Patienten, auch im Verhältnis zu anderen Altersstufen, zunimmt.
Das Spektrum an Erkrankungen in der Geriatrie unterscheidet sich vom Durchschnitt bei jüngeren Menschen. Unter anderem sind folgende Leiden bei älteren Personen von großer Bedeutung:
Die Geriatrie ist vor allem deshalb eine Herausforderung, da viele Alterungsprozesse und Erkrankungen, die im höheren Alter auftreten können, zu Beeinträchtigungen führen können. So können Schwierigkeiten bei der Versorgung der Patienten aufgrund eingeschränkter Mobilität, Verwirrtheit (Demenz) oder psychischen Beeinträchtigungen entstehen. Ebenfalls kann eine Inkontinenz vorliegen, also die Unfähigkeit, den Harn oder den Stuhl willentlich zurückzuhalten. Zudem stehen nicht wenige Patienten in der Geriatrie kurz vor dem Tod, was die Beachtung psychologischer und ethischer Aspekte nach sich zieht.
Eines der großen Probleme, mit dem der Geriater zu kämpfen hat, ist die Tatsache, dass die Patienten oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden (Multimorbidität). Ebenfalls können verschiedene Krankheiten, die bei jüngeren Patienten harmlos verlaufen, bei alten Personen sehr schwerwiegend sein. Viele der Erkrankungen lassen sich nicht wieder beseitigen oder bessern. Dabei werden nicht selten aber die Symptome weniger stark verspürt oder sind untypisch, so dass die Diagnose erschwert sein kann.