In der Orthopädie werden die Bewegungsumfänge von Gelenken nach der Neutral-Null-Methode gemessen. Die Bewegungsumfänge werden hier von einer Normalstellung (Neutralstellung oder Nullpunkt) ausgehend in beiden Richtungen ermittelt. Bei der Normalstellung handelt es sich um die Haltung, die die Gelenke beim aufrechten Stand mit hängenden Armen und geschlossenen Füßen einnehmen.
Nun werden die Bewegungsumfänge in beiden Richtungen gemessen und die ermittelten Werte werden der Reihe nach notiert. Gewöhnlich wird hierbei der Wert für die Flexion (Beugung) zuerst notiert, danach kommt die Neutalstellung in Form einer Null und zuletzt wird der Bewegungsumfang für die Extension (Streckung) notiert. Am Beispiel des Fußes könnte man also 30° - 0° - 40° protokollieren.
Ist die volle Beweglichkeit z.B. durch eine Kontraktur nicht gegeben, so kann dadurch die Neutralstellung erst gar nicht erreicht werden. Hier steht die 0 als nicht erreichter Wert des nicht erfolgten Bewegungsdurchganges am Anfang oder am Ende, abhängig davon, welcher Wert für die Flexion oder Extension den Durchgang durch 0 verhindert hat.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Besteht bei einem Hüftgelenk eine Beugekontraktur von 20° (dies entspricht einer Streckung von maximal 20°), so könnte die Notierung z.B. lauten: 110° - 20° - 0°. Die maximale Streckung von 20° hat den Durchgang durch den Neutralpunkt verhindert, so dass hier die Null dahinter steht, also nicht innerhalb der Zahlen. Auch bei Orthesen werden die Bewegungsumfänge nach der Neutral-Null-Methode notiert.
Bewegungsbezeichnungen
Verschiedene Körperteile können unterschiedliche Bewegungen ausführen.
Im Folgenden sind hier einige aufgelistet:
- Flexion : Beugung
- Extension : Streckung
- Dorsalextension : Anhebung der Fuß- oder Handspitze
- Plantarflexion : Absenken des Fußes in Richtung des Bodens
- Supination : Auswärtsdrehung der Hand bei gleichzeitiger Rotation des Unterarmes
- Pronation : Einwärtsdrehung der Gliedmaßen
- Abduktion : Wegführung
- Adduktion : Heranführen eines Körperteils an die Körper- bzw. Gliedmaßenachse
- Reklination : Rückwärtsneigen, z. B. des Kopfes oder des Oberkörpers. In der Orthopädie versteht man darunter das Rückwärtsbiegen bzw. Zurückbiegen
- Inklination : Beugung der Wirbelsäule (bzw. des Rumpfes oder Kopfes) nach ventral, also zum Bauch hin.
- Außenrotation
- Innenrotation
- Lateralflexion : Seitwärtsneigung der Wirbelsäulengelenke
- Reposition : Zurückbringen in eine (annähernde) Normallage oder Normalstellung
- Opposition
Letzte Aktualisierung am 30.07.2009.