Die Psoriasis-Arthritis steht zwar mit der Schuppenflechte der Haut im Zusammenhang, aber man weiß über ihren genauen Auslöser praktisch noch nichts. Es gibt Patienten mit ausgedehnter Psoriasis der Haut, die Gelenkentzündungen bekommen, aber auch Patienten die kaum eine ausgeprägte Schuppenflechte aufweisen. Das bedeutet also, dass die Ausprägungen der Haut keine sicheren Indikatoren sind. Als Ursachen werden diskutiert:
Eigentlich ist die Hauterneuerung ein normaler und notwendiger Prozess, bei dem die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) mit der Zeit auf die Hautoberfläche wandern und dort absterben und verhornen. Dieser Verhornungsprozess dauert normalerweise etwa vier Wochen. Bei Patienten mit Schuppenflechte (Psorias) fand man heraus, dass im Bereich der erkrankten Hautbezirke, die Hautzellen der Epidermis innerhalb von drei bis sieben Tagen nach oben gebracht und abgestoßen werden. Heute weiß man, dass dieser Prozess durch eine Störung der Immunabwehr in der Haut verursacht wird und die überschießende Hauterneuerung nur die Folge ist.
Seit einiger Zeit ist auch bekannt, dass bakterielle Infektionen eine Psoriasis erstmalig auslösen (triggern) können. Die Schuppenflechte wurde häufig im Zusammenhang mit Streptokokken-Halsentzündungen zum ersten Mal beobachtet. Dies liegt womöglich daran, dass es eine große Ähnlichkeit zwischen bestimmten Eiweißstrukturen der Bakterienoberfläche und der Zelloberfläche der Keratinozyten (Verhornungszellen) der Haut gibt. Das Immunsystem des Betroffenen kann dadurch beide Zellen nicht unterscheiden. Bei der Entstehung der Psoriasis-Hautentzündung spielen die T-Lymphozyten (ein bestimmter Typ der weißen Blutkörperchen) eine führende Rolle. Durch die massenhafte Einwanderung in die Haut werden die mit dem Bakterien-Antigen in Kontakt gekommene Lymphozyten aktiviert. Nach dieser These sollen auch die Keratinozyten einen aktivierenden Eiweißstoff abgeben und damit einen Angriff auslösen.
Es lässt sich also sagen, dass schließlich die Hautzellen mit den Streptokokken verwechselt werden. Dadurch richtet sich die Abwehrreaktion direkt gegen die eigenen Hautzellen. In der Folge wachsen die Hautzellen viel schneller nach, sterben aber auch viel schneller ab. Somit wandern sie als abgestorbene Schuppen an die Hautoberfläche. Auf der Haut sieht man typische, scharf begrenzte Zonen stark durchbluteter, roter Areale.