Bei Raumtemperatur muss das Blut innerhalb von 24h untersucht werden, danach muss die Probe verworfen werden bzw. die Messergebnisse werden ungültig. Die Menge der weißen Blutkörperchen kann nun auf zweierlei Arten bestimmt werden.
Zum einen automatisch mit der sogenannten Durchflusszytometrie. Dieses Messprinzip funktioniert folgender Maßen: die Zellen laufen wie im Gänsemarsch hintereinander durch eine Messkammer. Dabei werden sie mit Laserlicht bestrahlt. Jede Zellart lässt nun dabei ein für sie charakteristisches Streulicht entstehen.
Zum anderen mit der konventionellen lichtmikroskopischen Methode.Nach Zerstörung der roten Blutzellen in der Blutprobe durch eine Essigsäurelösung werden die Leukozyten in einer speziellen Kammer ausgezählt.
Allgemein kann gesagt werden, dass die lichtmikroskopische Variante im Vergleich zur automatisierten Methode sehr ungenau ist. Bei beiden Arten der Messung werden die gefundenen Leukozytopenien und Leukozytosen meistens dadurch verursacht, dass die Menge der neutrophilen Granulozyten verändert ist.
Es ist möglich, dass die Zahl der Leukozyten falsch hoch bestimmt wird. Das kann passieren, wenn unausgereifte rote Blutkörperchen, die im Gegensatz zu den reifen Erythrozyten noch einen Kern besitzen, zu den ebenfalls kernhaltigen weißen Blutzellen mitgezählt werden.Um die Leukozytenzahl bestimmen zu können, muss dem Patienten Blut abgenommen werden. Der Arm bietet sich als Entnahmestelle venösen Blutes an, weil die Venen hier meist sehr gut sichtbar und fühlbar sind. Zudem macht die Entnahme dem Patienten dort weniger Umstände, als wenn man das Blut beispielsweise aus der Leiste entnimmt. Bei Patienten, bei denen die Blutabnahme durch qualifiziertes Personal am Arm aber mehrfach misslingt, kann auch auf Gegenden wie Leiste und Fußrücken zurückgegriffen werden.
Wird am Arm abgenommen, sollte am Oberarm eine Staumanschette angelegt werden, damit das Blut im unteren Teil des Arms gehalten wird und nicht abfließt. Die Punktionsstelle wird mit einem Desinfektionsmittel behandelt, anschließend kann die Vene mit einer Kanüle angestochen werden. Die Blutentnahmeröhrchen werden meist über einen Adapter an die Kanüle gesteckt und können dann gefüllt werden.
Das dem Patienten abgenommene Blut muss innerhalb von 24 h bei Raumtemperatur im Labor untersucht werden. Nach dieser Frist gemessene Werte sind ungültig. Bei Lagerungstemperaturen von 4° C bleibt die Probe 48 h lang stabil.
Je nach Gesundheitszustand und Anlage kommt es vor, dass Patienten auf die Blutabnahme mit Übelkeit, Schwindel und Ohnmacht reagieren.Deswegen ist es ratsam, dass die Patienten nach der Entnahme noch eine kleine Weile ruhig sitzen bleiben und nicht zu schnell aufstehen.