Die Ursachen für den Vaginismus sind nicht vollständig geklärt, doch es gibt einige Ansätze, die versuchen, die Entstehungsgründe des Vaginismus zu erklären:
Körperliche Ursachen
Ein Teil der betroffenen Personen berichtet, dass die Scheidenkrämpfe erst nach einer Entbindung oder anderen gynäkologischen Operationen auftraten. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Scheidenkrämpfe auch durch körperliche Fehlfunktionen ausgelöst werden können, wie z.B. durch Tumoren oder Blutergüsse. Diese können auf Nerven drücken und sie dadurch reizen. Wenn die Nerven dabei geschädigt werden, können sie überempfindlich auf äußere Reize (z.B. Eindringen des Penis) reagieren und Muskelverkrampfungen auslösen.
Häufiger wird Vaginismus jedoch durch psychische Faktoren ausgelöst und beeinflusst.
Beziehungsprobleme
Probleme in der Partnerschaft kommen häufig vor und sind bis zu einem gewissen Maß sogar normal. Langwierige Konflikte jedoch, die häufig nicht beiden Partnern bewusst sind, können den intimen Akt zum Problem für die Frau machen. Hierbei sind vor allem Barrieren beteiligt, die von beiden Partnern unbewusst aufgebaut werden und es fast unmöglich machen, über sexuelle Wünsche und Bedürfnisse zu reden.
Erziehung
Die Sexual-Erziehung spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Vaginismus. Eine strenge Sexual-Erziehung kann Schuldgefühle beim Geschlechtsverkehr hervorrufen, die oft nicht in Bewusstsein rücken, jedoch trotzdem körperliche Funktionen beeinträchtigen können und den Scheidenkrampf als eine Art „Abwehrhaltung" auslösen. Dies geschieht, wenn in der Erziehung Sex als „schmutzig" oder „böse" vermittelt wurde.
Missbrauch
Sexuelle Missbrauch oder Vergewaltigung kann das Opfer ein Leben lang beeinträchtigen. Das Trauma kann zwar unter Umständen ohne Therapie verdrängt werden, es bleibt jedoch im Unterbewusstsein und richtet dort weiter Schaden an. Das betrifft vor allem die sexuelle Funktion, da sexuelle Handlungen am meisten denen des Traumas ähneln.
Letzte Aktualisierung am 25.02.2009.