Der Geschmackseffekt einer Bio-Produktion zeigt sich wohl am deutlichsten an Obst und Gemüse. Dieses schmeckt in der konventionell gezogenen Variante häufig wässrig und fad. Bio-Früchte und Bio-Gemüse sind meist etwas kräftiger. Bio-Frischmilch ist in Tests deutlich besser bewertet worden als die konventionelle Variante. Eier gehören ebenfalls zu den Nahrungsmitteln, bei denen es riesige Geschmacksunterschiede in den unterschiedlichen Produktionsarten gibt. Beispiele finden sich auch in etlichen anderen Lebensmittelgruppen.
Das schnelle Wachstum vieler herkömmlicher Lebensmittel führt zu einer raschen Aufnahme von Wasser, so dass Geschmack verloren geht. Der künstliche Dünger ist ein Grund für diesen Mechanismus. Folglich kann die schnelle Produktion bewirken, dass nicht mehr so viele Geschmacksstoffe pro Volumeneinheit vorhanden sind.
In der Bio-Produktion wird dem Lebensmittel meist mehr Zeit gegeben, um auch richtig zu wachsen und zu reifen. Es kann auf natürliche Weise wachsen und bekommt ein stärkeres Aroma als das vergleichbare Produkt nach der üblichen Herstellungsweise, bei der es nur auf den Profit ankommt. Und viele Kunden bemerken dies und kaufen lieber das Naturprodukt, weil sie ein besseres Geschmackserlebnis wünschen.
Beim Anbau ohne Bio-Richtlinien dürfen mehr Stoffe wie Pflanzenschutzmittel oder bestimmte Düngemittel eingesetzt werden. Auch sind gentechnische Veränderungen erlaubt. Bei der Bio-Erzeugung wird darauf verzichtet. Der ursprüngliche Geschmackscharakter des Lebensmittels wird nicht verfälscht. Geschmack geht nicht etwa zugunsten einer besseren Robustheit einer Pflanze verloren.