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Erhöhtes Cholesterin - Therapie


Eine Senkung des Cholesterinspiegels wird meist mit einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erreicht

Durch eine langfristige Senkung des Cholesterins, vor allem des LDL-Cholesterins, kann bereits eine Verminderung des Herzinfarktrisikos um 30% erreicht werden. Es kann, vor allem bei jüngeren Patienten, zu einer Rückbildung der Plaques in den Blutgefäßen kommen, wodurch auch die Gefahr für Schlaganfälle und Thrombosen gemindert wird.

Das Sterblichkeitsrisiko durch arteriosklerotische Gefäßveränderungen sinkt durch eine langfristige Reduktion des Cholesterinwertes unter 200mg/dl um 25%. Die Zielwerte für das LDL-Cholesterin richten sich dabei nach dem individuellen Risiko für Arteriosklerose:

  • Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Diabetes mellitus, bereits durchgemachtem Schlaganfall oder einer Verschlusskrankheit der peripheren Gefäße an den Extremitäten haben ein hohes Risiko und sollten LDL-Werte unter 100mg/dl anstreben.

  • Patienten, die zwei oder mehr der oben genannten Risikofaktoren haben sollten LDL-Werte über 130mg/dl nicht überschreiten.

  • Patienten mit Hypercholesterinämie die keinen, beziehungsweise nur einen weiteren Risikofaktor für Gefäßwandveränderungen haben, wird ein LDL von 160mg/dl als Obergrenze gesetzt.

Das „gute" HDL, das das Cholesterin zurück zur Leber transportiert, sollte dabei nicht unter Werte von 40mg/dl bei Männern, beziehungsweise 50mg/dl bei Frauen absinken. Um dies zu erreichen, müssen in den meisten Fällen die Ernährungsgewohnheiten drastisch geändert werden.

Der Cholesterinanteil in der Nahrung sollte in jedem Fall unter 300mg pro Tag gesenkt werden. Ein Eidotter enthält beispielweise 270mg Cholesterin. Deshalb ist es ratsam, pro Woche nicht mehr als zwei bis drei Eier zu sich zu nehmen.

Des Weiteren sollte der Anteil von Fetten an der täglichen Gesamtkalorienmenge insgesamt weniger als 25% ausmachen. Die Fette sollten außerdem eher pflanzlich sein, wie beispielsweise Oliven- oder Rapsöl. Tierische Fette sollten möglichst gemieden werden.

Etwa 50-60% der Nahrung sollten aus Kohlenhydraten bestehen, diese sollten möglichst komplex sein. Vollkornprodukte beispielsweise sind eher komplexe Kohlenhydrate, Weißbrot hingegen besteht aus einfachen Kohlenhydraten, die im Körper sehr schnell zu Zucker abgebaut werden.

Eiweiß sollte an der täglichen Kalorienmenge einen Anteil von etwa 15% einnehmen. Ernährungsmediziner empfehlen außerdem einen regelmäßigen Konsum von Seefisch etwa zwei Mal pro Woche, da sie einen hohen Gehalt an wichtigen Omega-3-Fettsäuren aufweisen, sowie eine ausreichende Jodzufuhr von 150-200µg pro Tag.

Außerdem sind Ballaststoffe wichtig für die Verdauung und den Stoffwechsel. Pro Tag sollten etwa 20-30g Ballaststoffe aufgenommen werden.Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf die Blutgefäße aus und steuert somit der Arteriosklerose entgegen.

Zusätzlich führt körperliche Bewegung zu einer zusätzlichen Senkung des Cholesterinwertes, besonders des LDL-Cholesterins, sowie einer Erhöhung des „guten" HDL-Cholesterin-Wertes.
Zusätzlich kann unter Umständen eine medikamentöse Therapie helfen, die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen.

Zur Senkung des erhöhten Cholesterinwertes stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:

  1. Statine

    Sie hemmen das Schlüsselenzym der Cholesterinsynthese in der Leber und senken auf diesem Wege die Cholesterinkonzentration innerhalb der Zellen. Der Körper versucht dem entgegenzusteuern, indem er mehr LDL-Partikel in die Zellen transportiert. So steigt das Cholesterin in den Zellen wieder, während der Blutspiegel sinkt. Der gewünschte Effekt ist dann eingetreten und das „schlechte" LDL-Cholesterin kann so um bis zu 60% verringert werden.

    Statine sind die wirksamsten und am weitesten verbreiteten Cholesterinsenker. Sie vermindern sowohl das Herzinfarktrisiko als auch die arteriosklerosebedingte Sterblichkeitsrate erheblich. Als Nebenwirkungen treten gelegentlich Muskelschmerzen auf.

  2. Anionenaustauscherharze und Gallensäurebinder

    Aus Cholesterin werden in der Leber Gallensäuren produziert. Die Gallensäuren sind wichtig für die Fettverdauung im Darm. Sie werden über die Gallengänge in dem Darm abgegeben und anschließend wieder zur Leber zurücktransportiert (Enterohepatischer Kreislauf). Anionenaustauscherharze und Gallensäurebinder unterbrechen diesen Kreislauf, wodurch die Gallensäure über den Darm ausgeschieden wird. Sie muss dann in der Leber neu hergestellt werden, wodurch Cholesterin verbraucht wird und der Cholesterinspiegel im Blut absinkt.

    Diese Medikamente werden meist in der Kombination mit Statinen eingesetzt. Sie senken nachweisbar das Herzinfarktrisiko. Als Nebenwirkung treten vor allem Magen-Darm-Beschwerden, wie Verstopfung und Völlegefühl auf.

  3. Cholesterinabsorptionshemmer (Ezetimib)

    Dieser Arzneistoff hemmt die Aufnahme von Cholesterin, das mit der Nahrung aufgenommen wird. Es wirkt innerhalb der Darmschleimhaut und führt dazu, dass etwa 50% des zugeführten Cholesterins wieder ausgeschieden wird. Somit sinkt auch der Cholesterinwert im Blut. Auch dieses Medikament wird meist mit Statinen kombiniert.

Neben diesen Therapiemöglichkeiten müssen andere Ursachen und auch Folgeerscheinungen der erhöhten Cholesterinwerte behandelt werden. Dazu gehört die optimale Einstellung eines Diabetes mellitus, die medikamentöse Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion und eine Alkoholkarenz


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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