Die Diagnose des Durchfalls ist in der Regel durch die Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung gut zu stellen. Wichtig ist hier jedoch herauszufinden, welche Ursache der Erkrankung zugrunde liegt. Daher sind folgende Fragen, die von den Ärzten gestellt werden, von großer Bedeutung:
- Seit wann besteht der Durchfall?
- Vorheriger Auslandsaufenthalt?
- Wie oft wird pro Tag Stuhlgang abgesetzt?
- Wie sieht der Stuhl aus? (Form, Beimengungen, Geruch, Konsistenz)
- Sind zusätzliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Fieber, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen vorhanden?
- Welche Medikamente werden eingenommen?
Die Antwort auf diese Fragen lässt den Arzt in erster Linie eine Verdachtsdiagnose aufstellen. Neben der gründlichen Befragung kann der Arzt noch weitere Untersuchungen durchführen, um die genaue Ursache herauszufinden. Im folgenden Schritt wird die körperliche Untersuchung durchgeführt, die zum einen die Abtastung des Bauches und das Abhören der Darmgeräusche beinhaltet. Zudem kann der Arzt noch eine rektale Untersuchung durchführen und den Enddarm austasten. Je nachdem welche Verdachtsdiagnose der Arzt nun hat, können weitere Untersuchungen veranlasst werden. Dazu gehören:
- Stuhluntersuchung auf Keime
- Blutbild und Laboruntersuchungen auf Entzündungszeichen, Blutzellen oder Krankheitskeime
- Bei Patienten mit Auslandsaufenthalt versucht man insbesondere Infektionskrankheiten wie Typhus und Cholera auszuschließen
Bei der chronischen Diarrhoe können folgende Maßnahmen zur Ursachenfindung eingesetzt werden:
- Ultraschall
- Darmspiegelung (Koloskopie)
- Röntgenaufnahme mit Kontrastmitteln
- Computertomografie des Bauchraumes
- Magen-Darm-Spiegelung und die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie)
Differentialdiagnose
Der Durchfall kann Hinweis auf bestehende Magen-Darm-Beschwerden geben. Erkrankungen die in erster Linie mit Durchfall einhergehen sind:
- Reizkolon: Funktionelle Störung des Darms. Die Betroffenen mit dem Reizdarm sind organisch gesund, aber dennoch krank. Sie leiden unter vielfältigen Beschwerden.
- Darminfektionen: Können durch Viren, Bakterien und Parasiten verursacht werden.
- Sprue: Gestörte Nahrungsaufnahme und gestörte Aufnahme von Vitaminen aus dem Darm.
- Colitis ulcerosa: Chronische Entzündung der Darmschleimhaut mit Geschwürbildung.
- Morbus Chron: Chronisch entzündliche Darmerkrankung. Durchzieht im Gegensatz zur Colitis Ulcerosa unregelmäßig die Schleimhaut.
- Darmkrebs: Bösartige Krebserkrankung
- Aids und HIV
- Mukoviszidose: erbliche, bisher unheilbare Stoffwechselkrankheit.
- Durchfall nach Antibiotikatherapie.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.