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Stillen in der Öffentlichkeit - oft mit Stress verbunden

Lesezeit: 2 Min.

Mehr Toleranz für Mütter wünschenswert

Die Empfehlung der WHO (World Health Organisation) gilt weltweit: Muttermilch ist für das Baby mindestens bis zum Alter von sechs Monaten die optimale Nahrungsquelle, stärkt sein Immunsystem, ist keimfrei, stets richtig temperiert und rund um die Uhr verfügbar. Ein weiterer praktischer Effekt des Stillens ist seine beruhigende Wirkung auf das Kind. Das Baby hat alle zwei Stunden Hunger beziehungsweise die Milch drückt, das Zeitfenster ist oft eng.

Stillen in der Öffentlichkeit - oft mit Stress verbunden
Stillen in der Öffentlichkeit - oft mit Stress verbunden

Doch sobald junge Mütter vor die Tür gehen, Einkäufe und Erledigungen tätigen müssen, beginnt der Stress.
Während im Schwimmbad, am Strand und in den Medien „oben ohne“ Programm ist, werden Mütter im Straßencafé oder in Geschäften angefeindet, wenn sie ihrem Kind die Brust geben. Offenbar fühlt sich mancher von diesem Anblick geradezu belästigt oder moralisch entrüstet und muss dem auch spontan Ausdruck verleihen. Entsprechend verdrücken sich Frauen mit ihren Kindern zur Nahrungsaufnahme sogar in Toilettenräume und sind auch im eigenen Auto nicht vor indiskreten und kritischen Blicken sicher.

Ablehnendes Verhalten dieser Art beschränkt sich auch nicht auf das ohnehin als kinderfeindlich geltende Deutschland. In den USA ist die „Still-Burka“ im Kommen. Mit diesem Stück Stoff kann die Mutter die kindliche Nahrungsaufnahme oder vielmehr, die zu diesem Zweck entblößte Nahrungsquelle züchtig verhüllen. In Großbritannien regt sich nach Hinauswürfen stillender Mütter aus Geschäften nun vermehrt Protest.

Warum berührt es viele Menschen so unangenehm, wenn sie eine stillende Mutter sehen? Viel Haut wird da nicht entblößt - allenfalls der Brustansatz und die Rückseite eines Kinderköpfchens sind zu sehen. Ist der Umgang mit der öffentlich gezeigten Mutterschaft schlicht eine Frage des - oft recht bizarren - Zeitgeistes?

Im Lauf der letzten 150 Jahre galt Stillen je nach Gesellschaftsschicht und Umständen jeweils im Wechsel als „vulgär“ oder lebensnotwendig, als schädlich fürs Kind wegen einer möglichen Schadstoffbelastung oder als schlecht für die Figur der Mutter. Wer viele Stunden des Tages hart arbeiten musste, konnte sein Kind oft nicht vernünftig nähren. Lange Zeit empfahlen Mütter-Ratgeberbücher ein unrealistisch strenges Zeitraster für die Still-Intervalle – kein Wunder, wenn es mit der Brusternährung häufig nicht klappte oder wenn sie gar zum Stress-Faktor wurde.

Während in armen Drittweltländern die mütterliche Brust oft die einzig zuverlässige Nahrungsquelle für die Kleinsten ist, behaupten einige Forscher jetzt, ausgerechnet in den reichen Industrienationen drohe bei ausschließlicher Muttermilch-Ernährung die Gefahr einer Nährstoff-Unterversorgung: Ein recht absurder Vorwurf.
Mütter, die nicht stillen können oder wollen, werden von „Hardlinern“ dagegen ebenfalls häufig harsch kritisiert. Kritik von allen Seiten?

Zurück zu Toleranz und Vernunft: Dem Baby oder Kleinkind in der Öffentlichkeit die Brust zu geben, ist definitiv nicht verboten und nachweislich eine gesunde und natürliche Form der Ernährung.

Bequeme und moderne Still-BHs, Stilltücher oder Stillschals bei bucko-pillow.de erhältlich erleichtern eine diskrete „Fütterung“ auch unterwegs. Übrigens ist ein nuckelndes Kind definitiv leiser als ein hungriges, unzufriedenes. Und wen stillende Mütter im Café dennoch stören, der soll schlicht wegsehen.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 29.07.2015
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