Am Säugling erfolgen die üblichen Messungen. So wird die Körperlänge bestimmt, der Kopfumfang gemessen und das Baby gewogen. Es erfolgen körperliche Untersuchungen verschiedener Organe und Systeme, z. B. von Herz, Lungen, Bauchorganen, Geschlechtsteilen, Knochen und Gelenken, der Haut und des Rachens. Die Zähne, die meist bereits mehr oder weniger stark erschienen sind, werden kontrolliert. Die Reflexe werden überprüft. Das Hörvermögen wird getestet und das Sehen kontrolliert. Besondere Beachtung findet die Bewegung und Geschicklichkeit des Kindes. In diesem Alter robbt der Säugling umher oder krabbelt bereits. Er kann sich in eine Sitzposition aufrichten und sicher sitzen bleiben. Manche Kinder dieses Alters können bereits stehen. Der Arzt beobachtet auch die Sprache des Säuglings. In der Regel können schon einfache Wörter wie z. B. „Mama" gesprochen werden, jedoch ist dies noch nicht bei allen Kindern in diesem Alter zu erwarten. Immer wichtiger wird es, auch das weitere Verhalten des Kindes zu beurteilen. So sollte das Kind sich für bestimmte Gegenstände interessieren und sie gezielt aufgreifen. Es sollte solche Gegenstände auch untersuchen, z. B. durch Gegeneinanderschlagen oder durch Schütteln. Es sollte Freude an einfachen Spielchen zeigen, z. B. Verstecken. Es wird überprüft, ob leichte Sätze mit bestimmten Befehlen verstanden werden. Normalerweise gibt das Kind z. B. auf Aufforderung Gegenstände weiter.
Nicht nur die Beobachtung und Untersuchung des Säuglings erfolgt während der U6, sondern auch das Gespräch des Kinderarztes mit den Eltern. Der Arzt erfragt, ob es im alltäglichen Leben des Kindes Auffälligkeiten gab. Dazu können z. B. Probleme beim Essen und Trinken, Erbrechen, veränderte Stühle, Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten, eingeschränktes Sozialverhalten und sich monoton wiederholende Verhaltensweisen (z. B. Wackeln des Kopfes), zu wenig entwickeltes Sprechen oder Krampfanfälle gehören. Umgekehrt gibt der Arzt Informationen an die Eltern zu bestimmten Themen, z. B. zur richtigen Zahnpflege.
Bei den Untersuchungen im Rahmen der U6 sind Komplikationen nicht zu erwarten.
Im der Regel erfolgt am selben Termin wie die U6 eine Impfung. Dabei werden Impfstoffe gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Keuchhusten, Kinderlähmung, Diphtherie (Krupp), Haemophilus (Bakterienart, die Entzündungen im Atemtrakt und der Hirnhäute verursachen kann), Hepatitis B sowie Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündungen) verabreicht. Manchmal wird bereits die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln vorgenommen.
Was die Untersuchungen angeht, findet bei der U6 eine Beurteilung aller wichtigen Funktionen und Verhaltensweisen statt. Ausnahme ist der Hörtest, welcher gegen Ende des ersten Lebensjahres gründlicher und an entsprechenden Geräten beim HNO-Arzt erfolgen sollte. Sind in der U6 Auffälligkeiten bemerkt worden, so ist jeweils die Durchführung bestimmter weitergehender Untersuchungen notwendig.