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Ernährung während der Schwangerschaft


Auf eine vielseitige Kost sollte geachtet werden

Schwanger sein bedeutet nicht „Essen für Zwei". Natürlich dürfen Sie sich genussvoll ernähren, dies bedeutet aber nicht doppelt so viel Essen. Achten Sie auf abwechslungsreiches, hochwertiges Essen mit vielen Ballaststoffen (unlösliche Faserstoffe). Die Nahrung sollte sich idealerweise aus 15-20 Prozent Eiweiß, 25 Prozent Fett und 55-60 Prozent Kohlenhydrate zusammensetzen. In der Schwangerschaft sind vor allem Vollkornprodukte als Kohlenhydratlieferanten zu empfehlen. Auch sie enthalten unlösliche Faserstoffe, die insbesondere vor Verstopfung schützen.

Während der Schwangerschaft erhöht sich der Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper pro Tag ohne große Anstrengung verbraucht. Der Grundumsatz erhöht sich um 20 Prozent, dies entspricht etwa 500 kcal pro Tag. Der Mehrbedarf ist häufig schon mit zusätzlich 1-2 Scheiben belegten Vollkornprodukten erreicht.

Eine werdende Mutter sollte während der gesamten Schwangerschaft nicht mehr als 13, maximal 15 kg zunehmen.

In der Schwangerschaft sind Diätkuren strikt zu meiden, da sie eine erhebliche Belastung für den Gesamtorganismus bedeuten. Zudem steigert sie die Schadstoffbelastung des Kindes, weil während der Abmagerungskur die im Fett gespeicherten Schadstoffe mobilisiert werden.

In der Schwangerschaft benötigen Schwangere außerdem vermehrt Wasser. Die tägliche Trinkmenge sollte mindestens 1,5 bis 2 Liter betragen. Trinken Sie vor allem Wasser, Saftschorle oder Kräutertee. Allein in der 30. Schwangerschaftswoche wird nur für den Austausch des Fruchtwassers rund 2,5 Liter Wasser im Blutkreislauf pro Stunde von der Mutter zum Kind und wieder zurück transportiert.

Beachten Sie während der Schwangerschaft folgende Aspekte:

  • Eiweiß
Eiweiß wird vor allem für das Wachstum des Kindes benötigt. Die Nahrung sollte daher pro Tag mindestens 80-100 g Eiweiß enthalten. Eiweiß ist besonders enthalten in Milchprodukten, Fisch, in fettarmem Fleisch und Vollkornprodukten.

Der Eiweißbedarf kann durch eine vegetarische Ernährung mit vielen Eiern und Milchprodukten zwar abgedeckt werden, aber keineswegs der Eisenbedarf. Im Falle einer veganen Ernährung ist auf jeden Fall zu wenig Eiweiß enthalten. Das Eßverhalten sollte in diesem Fall während einer Schwangerschaft verändert werden.

  • Fett
Der Richtwert für Fett liegt für Schwangere bei rund 70 g pro Tag. Das erscheint einem in erster Linie viel, ist es aber nicht. Fett ist nicht nur in Butter und Öl enthalten, sondern auch in vielen anderen Nahrungsmitteln wie Wurst, Schockolade oder Chips. Derartige Nahrungsmittel sollten deshalb wenig verzehrt werden.

  • Ballaststoffe
Durch eine Ballaststoffreiche Kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten können Sie, der in der Schwangerschaft häufig vorkommenden Verstopfung vorbeugen.

  • Kalzium
Der Kalziumbedarf ist während der Schwangerschaft erhöht, da die Skelettentwicklung des Kindes schon früh in der Schwangerschaft beginnt und die Knochen über die gesamte Schwangerschaft mitwachsen. Für Schwangere beträgt die empfohlene Dosis täglich 1,5 g Kalzium statt wie üblich 1 g Kalzium. Diese Menge kann man gut durch Joghurt, Milch, Käse, Nüsse, grünes Gemüse und Vollkornprodukte decken.

  • Eisen
Der Körper braucht während der Schwangerschaft auch vermehrt Eisen als sonst. Leider kommt es bei vielen Frauen im Verlauf der Schwangerschaft zu einer Blutarmut, oder genauer gesagt zu einer Eisenmangelanämie. Bei der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung wird daher der Hämoglobin- und damit indirekt der Eisengehalt des Blutes gemessen. Ärzte empfehlen ab der 12. Schwangerschaftswoche etwa 20 mg Eisen täglich zusätzlich aufzunehmen. Eisen ist enthalten in Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen, Kohl, grünes Blattgemüse, Hefe und Haferflocken. Die beste Eisenquelle ist natürlich Fleisch. Daher ist die Gefahr einer Eisenmangelanämie bei vegetarischer Ernährung besonders erhöht.
Besteht bereits eine Eisenmangelanämie, so reicht auch eine sehr fleischreiche Kost nicht mehr aus, um die Eisenspeicher bis zur Geburt wieder aufzufüllen. Der Frauenarzt verschreibt in diesem Fall ein geeignetes Eisenpräparat (Dragees oder Kapseln). Häufig vorkommende Nebenwirkungen sind Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall. In diesen Fällen raten Hebammen häufig zum besser verträglichen Kräuterblut, einem eisenhaltigen Saft.

Merke: Wegen der Gefahr einer Infektion mit Toxoplasmose, sollte jede Schwangere auf den Verzehr von rohem Fisch, ungekochten Eiern und rohem Fleisch verzichten.

  • Jod
Jod ist ein Spurenelement, welches vom Körper in der Schwangerschaft besonders benötigt wird. Der Mutterkuchen schüttet nämlich Botenstoffe aus, die die Schilddrüsenfunktion steigern. Der Jodbedarf kann durch ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche und die Verwendung von jodiertem Speisesalz gedeckt werden. Laut vielen Erhebungen in der Praxis sind diese Maßnahmen jedoch nicht immer ausreichend, da die meisten Gegenden in Deutschland Jodmangelgebiete sind, so dass bundesweit zusätzlich die vorsorgliche Einnahme von 1-2 Jodid 100®-Tabletten täglich empfohlen wird, entsprechend 100-200 µg Jod.

  • Folsäure
Besonders wichtig ist die Einnahme von Folsäure vor und in der frühen Schwangerschaft, da sie nachweislich die Gefahr von Neurarohrdefekten wie einem offenen Rückenmarkskanal (Spina bifida) senkt. Zudem wird vermutlich auch das Risiko einer Frühgeburt gesenkt. Beginnen Sie daher bereits bei der Planung der Schwangerschaft bzw. nach dem absetzen der Verhütung mit der Einnahme. Die empfohlene Dosis beträgt 0,4 mg bis maximal 0,8 mg täglich. Nach dem 4. Schwangerschaftsmonat kann die Einnahme beendet werden.

Weitere Empfehlungen für zusätzliche Vitamine und Mineralien sind umstritten. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, ob Multivitaminpräparate Fehlbildungen oder Frühgeburten tatsächlich verhindern können. Nur die Folsäure ist in der angegebenen Dosis zweckmäßig.

In der Schwangerschaft treten bei vielen Frauen ungewöhnliche Essensvorlieben auf. Heißhungerattacken nach allem Möglichen sind daher nichts Ungewöhnliches. Es gibt aber auch häufig Situationen mit starker Abneigung bis hin zu massiver Übelkeit gegenüber einigen Lebensmitteln wie Zwiebeln.


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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