Die Plazenta ist dazu da, den Fetus mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Sie ist mit dem ungeborenen Kind über die Nabelschnur verbunden, sodass der Blutkreislauf des Kindes mit dem der Mutter über die Plazenta in Verbindung steht.
Löst sich die Plazenta wird diese Verbindung zwischen Mutter und Kind unterbrochen. Es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, zum einen aufgrund von Blutungen, die durch die Trennung der beiden Kreisläufe sehr stark sein können, zum anderen aufgrund einer Unterversorgung des Kindes, für das nun die Gefahr eines Sauerstoffmangels besteht.
Erleidet die Mutter hohe Blutverluste, kann dies ihren Kreislauf sehr stark belasten und bis hin zum Schock führen, was die Funktion des Mutterkuchens noch mehr einschränkt. Das Kind ist dann in noch stärkerem Maße gefährdet eine Mangelversorgung zu erleiden.
In 60% der Fälle bleibt die Ursache der vorzeitigen Ablösung der Plazenta ungeklärt. Bei etwa 30% der Patientinnen kann man eine EPH-Gestose, oder auch Präklampsie genannt, als Ursache ausmachen. Dabei haben die Frauen im Laufe der Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte, Ödeme, also Wassereinlagerungen in Beinen, Armen und/oder Gesicht, und eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß im Urin.
In den restlichen Fällen vorzeitiger Plazentalösung hat die Patientin im Laufe der Schwangerschaft eine mechanische Reizung der Gebärmutter erfahren. Dies könnte beispielsweise durch eine zu kurze Nabelschnur, Stürze oder Stöße gegen den Unterbauch zustande kommen. Nikotin oder auch der Gebrauch anderer Drogen werden ebenfalls als Ursache für eine vorzeitige Plazentalösung diskutiert.
Auch Versuche, das ungeborene Kind von außen aus der Beckenendlage in eine normale Position zu bringen, können im schlimmsten Falle eine vorzeitige Plazentalösung verursachen.