Bei Verdacht auf folgende Krebsarten wird die Konzentration dieses Enzym im Blut gemessen:
- Lebertumor (hepatozelluläres Karzinom, Leberzellkarzinom) oder Metastasen (Absiedlungen) anderer Tumoren in der Leber
- Hodenkrebs
- Eierstockkrebs
- Tumor im Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltumor)
- Tumor in der Lunge (Bronchialkarzinom)
- Tumor der Keimzellen
Bei der Beurteilung der Tumormarker-Werte ist unbedingt zu beachten, dass sie nie eindeutig das Vorhandensein eines Tumors beweisen können. Zusätzlich müssen weitere Untersuchungen, vor allem bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT, durchgeführt werden, um eine sichere und richtige Diagnose stellen zu können.
Die Bestimmung der AFP-Konzentration dient im klinischen Alltag vor allem zur Kontrolle des Therapieverlaufs bei einer Tumorbehandlung.
Es gibt aber auch andere Krankheiten, die nichts mit Krebs zu tun haben, aber trotzdem eine Erhöhung der AFP-Konzentration verursachen. Dazu gehören Erkrankungen der Leber wie die Leberzirrhose, Leberentzündung (Hepatitis) oder auch Schädigungen der Leber durch Gifte oder Medikamente.
Das Alpha-Fetoprotein in der Pränataldiagnostik
Das AFP ist in der Schwangerschaft natürlicherweise erhöht. Allerdings gibt es auch dafür je nach Schwangerschaftswoche Grenz- und Referenzwerte. Werden diese überschritten, kann das ein Hinweis auf das Vorliegen einer Entwicklungsstörung des Kindes sein. Die Werte werden häufig bei Vorsorgeuntersuchungen im Verlauf der Schwangerschaft bestimmt, zum Beispiel beim Triple-Test.
Ursache einer Erhöhung der Werte können folgende Störungen sein:
- Spina bifida: „Offener Rücken", unvollständiger Verschluss des Neuralrohrs und damit der Wirbelsäule in Höhe des Steißbeins oder des Kopfes
- Anenzephalie: Fehlende Entwicklung des Kopfes und des Gehirns
Die Konzentration des AFP kann jedoch auch erhöht sein, wenn keine Entwicklungsstörung vorliegt, sondern der Schwangerschaftsabschnitt falsch berechnet wurde oder eine Schwangerschaft mit Zwillingen oder Mehrlingen vorliegt. Erniedrigte Werte findet man bei ungeborenen Kindern mit Trisomie 21 (Down Syndrom).
Letzte Aktualisierung am 26.05.2009.