Der Embryo entwickelt sich im ersten Trimenon sehr schnell. Der Beginn der Schwangerschaft geht für die Schwangere mit sehr starken hormonellen Umstellungen einher. Etwa 70 Prozent aller Schwangeren klagen über sehr stark ausgeprägte Übelkeit, der sich jedoch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft meist wieder legt. Ab der dritten Woche wird vor allem die Brust empfindlicher und geht mit einem Spannungsgefühl einher.
Bis zur 12. SSW kommen die meisten Spontanaborte (Abgänge) vor.
Erster Monat (Schwangerschaftswoche 1-4: Befruchtung und Einnistung)
Durch den Geschlechtsverkehr bzw. die Insemination (künstliche Befruchtung) gelangen die Spermien in die Vagina und wandern durch die Gebärmutter (Uterus) bis in die Ampulle des Eileiters. Sie treffen hier auf die nach dem Eisprung (Ovulation) vom Fimbrientrichter aufgenommene Eizelle. Nach dem Eindringen in die Eizelle kommt es zur zweiten Reifeteilung mit Verlust eines Polkörperchens. Es kommt zur Verschmelzung (Konjugation) der beiden Chromosomensätze von Eizelle und Spermium, so dass sich eine entwicklungsfähige Zelle (Zygote) bildet, die innerhalb von drei Tagen unter hormoneller Steuerung in die Gebärmutter wandert. In dieser Zeit efolgen weitere Zellteilungen bis zur Keimblase oder Blastozyste. Aus den Zellen der frühen Form der Plazenta (Mutterkuchen), dem so genannten Synzytiotrophoblasten, erfolgt etwa 24 Stunden nach der Befruchtung die Produktion des Hormons HCG. Dieses Hormon stimuliert im Gelbkörper (im Eierstock) die Ausschüttung des Hormons Progesteron. Das Progesteron signalisiert den Eierstöcken, dass für die nächste Zeit keine Eisprünge mehr notwendig sind und die Menstruation bleibt aus. Diese Hormone sorgen gleichzeitig für die Auflockerung der Gebärmutterschleimhaut, um die Einnistung der Blastozyste zu erleichtern.
Etwa am 5. Tag nach der Befruchtung erfolgt die Einnistung in der Gebärmutterwand, welche nach 14 Tagen abgeschlossen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Zwillingsbildung möglich. Die Blastozyste teilt sich in ihre äußere Schicht, den Trophoblast und den Embryoblast. Aus dem Trophoblast entwickelt sich die Plazenta und aus dem Embryoblast der Embryo. Beide Teile werden durch ein Gewebe vebunden, welches später die Nabelschnur wird.
Zweiter Monat (Schwangerschaftswoche 5-8: Anlage der größeren Organe)
Der Körper stellt sich ab dem 2. Monat auf die Schwangerschaft ein. Hier treten häufig Beschwerden wie Übelkeit, Brechreiz und Schwangerschaftserbrechen auf, die durch das Schwangerschaftshormon HCG ausgelöst werden. Oft treten auch Beschwerden wie starke Müdigkeit, Heißhungerattacken und Stimmungsschwankungen auf. Druch das Dehnen der Mutterbänder verspüren einige Frauen ein Ziehen in der Leistengegend.
Jetzt beginnt sich auch das erste Fruchtwasser zu bilden. Folgende Entwicklungsstufen kommen beim Embryo vor:
- Allmählich beginnt die Wirbelsäule sich zu bilden.
- Kopf und Rumpf beginnen Form anzunhemen.
- Das Neuralrohr schliesst sich. Aus ihr entwickeln sich Gehirn und Rückenmark
- Kleine Knospen werden erkennbar, aus denen sich später die Gliedmaßen entwickeln.
- Ab der 7. SSW kann im Ultraschall die Herzaktivität nachgewiesen werden.
- Der Embryo misst jetzt ca. 4-8 mm (Scheitel-Steiß-Länge).
- Finger und Gesichtszüge bilden sich aus.
- Allmählicher Beginn der Anlage aller Organe und Organsysteme.
- In der 8. SSW misst der Enbryo etwa 9-15 mm und sein Herz schlägt 140- bis 150-mal in der Minute.
Dritter Monat (Schwangerschaftswoche 9-12: Weitere Ausdifferenzierung)
Im mütterlichen Kreislauf steigt die Blutmenge von ca. 5 auf 6,5 Liter an, um die Versorgung des Fötus zu gewährleisten. Durch die erhöhte Blutmenge schlägt das Herz auch viel schneller und die körperliche Leistungsfähigkeit wird herabgesetzt. Durch die hormonellen Gefäßerweiterungen können Besenreiser oder Krampfadern, verstopfte Nase, Nasenbluten und Zahnfleischbluten auftreten.
Durch Östrogene kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe. Dagegen führt das Hormon Progesteron zu einer Entspannung der Muskulatur. Hiervon ist leider auch die Schließmuskulatur betroffen, so dass die Schwangeren einen erhöhten Harndrang verspüren. Dieser Zustand wird zusätzlich durch den erhöhten Stoffwechsel zwischen der Schwangeren und dem werdenden Kind und auch durch die stetige Erneuerung des Fruchtwassers verstärkt.
Entwicklung beim Kind:
- Erste Ansätze für die Ausbildung von Zehen, Nase und der Ohrmuscheln sind erkennbar.
- Die Netzhaut pigmentiert sich.
- Das Augenpaar steht weit auseinander. Zunächst sind die Augen offen.
- Die Augenlider beginnen sich zu bilden.
- Erste Bewegungen sind möglich.
- Nun sind alle Organanlagen vorhanden.
- Die Knospen für die 20 Milchzähne werden ausgebildet.
- Am Ende dieser Phase ist der Embryo etwa 3,5 bis 5,5 cm groß und wiegt ungefähr 14 g.
- Die Embryonalperiode wird nun von der Fetogenese abgelöst.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.