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Blasenmole und Chorionkarzinom

Lesezeit: 1 Min.

Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um Wucherungen an der Plazenta (Mutterkuchen)

Blasenmole

Unter einer Blasenmole (Mola hydatidosa, Windei, Abortivei) versteht man eine Umwandlung der Chorionzotten des Mutterkuchens zu blasenartigen Wucherungen. Es handelt sich um eine Störung der Embryonalentwicklung in der Schwangerschaft. Der Begriff Mole kommt aus dem Lateinischen und bedeutet fehlentwickelter Embryo. Blasenmolen treten zwischen der 11. und 25. Schwangerschaftswoche auf. Am häufigsten kommen sie zwischen der 16. und 18. Schwangerschaftswoche vor.

Die blasenartige Umwandlung der Plazentazotten mit Einschmelzung des umgebenden Bindegewebes kommt durch eine Erweiterung der kleinen Plazentagefäße zustande. Man findet eine gesteigerte Proliferationsaktivität des Trophoblasten.

In der Medizin unterscheidet man zwischen partieller und vollständiger Blasenmole bzw. zwischen der invasiven und nicht-invasiven Form der Blasenmole. Bei der invasiven Blasenmole handelt es sich um die maligne Form der Blasenmole. Die Zotten wachsen invasiv in die umgebenden Strukturen ein. Sie sind im Myometrium und in den angrenzenden Blutgefäßen zu finden.

Leider sind die Übergänge zwischen der destruierenden (invasiven) Blasenmole und dem Chorionkarzinom (Chorionepitheliom) fließend und in der Literatur nicht einheitlich.
Die Häufigkeit liegt in Europa bei 1:2000 bis 1:3000 Schwangerschaften.

Chorionkarzinom

Das Chorionkarzinom ist eine bösartig entartete Blasenmole. Es handelt sich um einen infiltrativ wachsenden Tumor. Sie tritt häufig bei Frauen im gebärfähigen Alter nach Blasenmolen auf, seltener nach Fehlgeburten, normalen Schwangerschaften und Tubargraviditäten (Eileiterschwangerschaften). Das Chorionkarzinom metastasiert bereits sehr früh und gilt daher als sehr aggressiver Tumor.

Man unterscheidet je nach dem Grad an invasivem Wachstum und dem Vorhandensein von Metastasen folgende Stadien:

  • nichtmetastasierendes Chorionkarzinom
  • destruierende Blasenmole (mit oder ohne Metastasierung)
  • metastasierendes Chorionkarzinom mit low risk (niedrigem Risiko)
  • metastasierendes Chorionkarzinom mit high risk (hohes Risiko)
Fälle mit einer Metastasierung in Lunge, Leber, Becken und ZNS oder einem HCG-Spiegel größer als 100.000 IE (IE= internationale Einheiten) gelten als high risk.

Untherapiert kann sie für den Patienten lebensbedrohlich werden, ist aber ansonsten heutzutage sehr gut heilbar. Die Prognose des Chorionkarzinoms ist sehr gut.

Etwa 50 Prozent der Chorionkarzinome treten nach einer Blasenmole auf und etwa 25 Prozent nach einer Fehlgeburt beziehungsweise während oder nach einer normalen Schwangerschaft.

Das Chorionkarzinom kann selten auch beim Mann auftreten und ist dann meist im Hoden lokalisiert.

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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Basenmole   1 Antworten  Letzte Antwort
sagt Olja vor 2 Monate  376

Hallo

Würde mich freuen mit Ihnen auszutauschen . Ich selbst habe 2009 und 2013 eine Blasenmole gehabt. Würde mich freuen wenn sie mir ...mehr

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